Erstellt am 09. Februar 2012, 10:16

EZB soll Leitzins konstant halten. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist in der Früh zu seiner zweiten Zinssitzung im neuen Jahr in Frankfurt zusammengekommen.

Nach Einschätzung von Ökonomen dürften die sechs Mitglieder des Direktoriums und die Chefs der Notenbanken der 17 Euro-Länder den Leitzins unverändert lassen. Auch zusätzliche Maßnahmen gegen die Krise sind nicht zu erwarten.

Zwei Maßnahmen wurden nämlich noch gar nicht umgesetzt. So geht das auf drei Jahre angelegten Refinanzierungsgeschäfte der EZB mit den Banken der Euro-Zone erst Ende Februar über die Bühne. Außerdem fehlt aus dem Maßnahmenbündel von damals noch eine wichtige Erleichterung für die Banken die Qualität der von ihnen für Zentralbankgeld einzureichenden Sicherheiten betreffend. Die nationalen Zentralbanken sollen in Zukunft auch Kreditforderungen als Sicherheiten akzeptieren können.

EZB-Präsident Draghi wird sich auf der Notenbank nach dem Zinsbeschluss aber wohl vor allem Fragen zur weiteren Strategie in Sachen Griechenland gefallen lassen müssen. In den vergangenen Wochen ist der Druck auf die EZB massiv gestiegen, bei einem Schuldenschnitt Athens mitzumachen und dies nicht nur den privaten Gläubigern zu überlassen. Bisher herrscht allerdings Uneinigkeit im EZB-Rat, wie dies aussehen könnte.

Einer der derzeit hinter den Kulissen diskutierten Vorschläge sieht vor, dass die EZB auf Zinsgewinne aus ihren Anleihekäufen verzichtet. Sie hatte zu Beginn ihres Ankaufprogramms im Frühjahr 2010 die griechischen Papiere deutlich unter Nennwert erworben und würde somit am Ende der Laufzeit womöglich Gewinne einstreichen, während Banken und Versicherungen bluten müssen.