Erstellt am 16. April 2012, 20:59

EZB will nicht auf einzelne Euroländer eingehen. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat erneute langfristige Liquiditätsspritzen für die Eurozone in den nächsten Wochen als wenig wahrscheinlich bezeichnet.

"Ich kann nichts ausschließen, aber ich sehe keine unmittelbare Notwendigkeit dafür", sagte Nowotny am Montagabend bei einer Veranstaltung in Wien. Die EZB habe sich "um die ganze Region und nicht um einzelne Länder zu kümmern."

Nowotny antwortete damit auf eine Frage, ob eine weitere langfristige Refinanzierungsoperation (LTRO) ein Ansteigen der spanischen Renditen verhindern könnte. Die zehnjährigen Sekundärmarktrenditen Spaniens sind am Montag wieder deutlich auf über 6 Prozent gestiegen. Zwei Tage vor einer informellen Ratssitzung der EZB wollte Nowotny nicht über eine Wiederaufnahme des Staatsanleihen-Ankaufprogramms (SMP) spekulieren.

Nowotny und der tschechische Zentralbankpräsident Miroslaw Singer bezeichneten die beiden Liquiditätsspritzen im Dezember und Februar, bei denen sich die europäischen Banken mehr als 1.000 Mrd. Euro an Krediten abgeholt haben als "Erfolg". "Keine einzelne Zentralbank, auch nicht die Bundesbank hätte eine Liquiditätsspritze in diesem Ausmaß geben können", sagte Nowotny. "Ich glaube aber nicht, dass man eine solche Operation in zu kurzen Intervallen wiederholen sollte."