Erstellt am 27. Oktober 2011, 19:20

Finanzmärkte nach EU-Gipfel in Hochstimmung. Die Finanzmärkte haben sich am Donnerstag nach dem EU-Gipfel in Brüssel förmlich überschlagen. Der DAX schoss zeitweise um 5,3 Prozent auf mehr als 6.333 Punkte - den höchsten Stand seit Anfang August.

Der Index für die europäischen Börsenschwergewichte, der Euro Stoxx 50, legte sogar um mehr als sechs Prozent auf rund 2.483 Punkte in der Spitze zu.

Auch die Wiener Börse beendete die Sitzung am Donnerstag mit massiven Kursaufschlägen, der ATX schoss um 115,11 Punkte oder 5,82 Prozent auf 2.094,58 Einheiten in die Höhe. Der Euro sprang erstmals seit Anfang September wieder über die Marke von 1,41 Dollar.

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatten sich in der Nacht zuvor auf Maßnahmen zur Abwehr der Euro-Schuldenkrise geeinigt. Das Hilfspaket für Griechenland beinhaltet unter anderem einen Schuldenschnitt und eine Hebelung des Rettungsfonds EFSF.

Überraschen konnten die Beschlüsse nicht. Dennoch starteten die börsennotierten Unternehmen daraufhin im Plus, was sich im Tagesverlauf allerdings wieder änderte. Die größten Sprünge machten Bankaktien: Für die Commerzbank und die Deutsche Bank ging es um die 15 Prozent nach oben.

Auch andere Börsen wurden von den Entscheidungen aus Brüssel beflügelt: Der japanische Aktienmarkt, wo das weltweite Börsenkarussell startet, hatte bereits mit einem kräftigen Plus reagiert. Der Nikkei-Index sprang um 178,07 Punkte oder 2,04 Prozent auf 8.926,54 Punkte. Damit wurde erstmals seit acht Wochen die psychologisch wichtige Marke von 8.900 Punkten geknackt.

Die Beschlüsse gegen die Schuldenkrise und einige gute US-Unternehmenszahlen brachten auch der Wall Street deutliche Gewinne. In der ersten Handelsstunde legte der Dow Jones Industrial um 2,04 Prozent auf 12 111,57 Punkte zu und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 2,27 Prozent auf 1.270,15 Punkte.

Nach unten ging unterdessen die Nachfrage nach risikoarmen deutschen Staatsanleihen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel auf zeitweise 133,72 Punkte, konnte sich aber im Verlauf vom Tagestief erholen. Im Gegenzug legte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zu.

Experten zufolge sorgten die Gipfel-Ergebnisse für steigende Risikobereitschaft an den Finanzmärkten. Dementsprechend reduzierten sich auch die Risikoaufschläge für Anleihen von Krisenkandidaten wie Italien und Spanien.