Erstellt am 11. Oktober 2013, 11:36

Firmen- und Privatkonkurse gehen leicht zurück. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach den ersten drei Quartalen heuer von 4.638 auf 4.158 gesunken, besagen Daten des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV).

In allen Bundesländern gab es weniger Firmenpleiten - außer in Salzburg, wo die Zahl mit 342 stabil blieb und Kärnten, wo die Insolvenzen verglichen zu den ersten neun Monaten 2012 um 30 Firmen auf 338 kletterten.
 
Samt der privaten Pleiten gab es 11.864 Insolvenzen nach 12.709 im Vorjahr. Bei der Summe der Verbindlichkeiten ist 2013 allerdings ein "Rekordjahr", so der AKV.

22.997 Jobs durch Insolvenzen gefährdet

Die Kreditschützer vom AKV sprechen von einem "dramatischen Anstieg" der Gesamtpassiva bei den Unternehmensinsolvenzen auf 6,58 Milliarden Euro nach 2,61 Mrd. Euro nach den ersten neun Monaten 2012. Alleine aus der Riesen-Pleite der Alpine Bau stammen derzeit 4,1 Mrd. Euro Passiva. Die Insolvenzen gefährden heuer 22.997 Jobs nach 15.080 Arbeitsplätzen in der Vorjahresperiode.
 
Nach der Alpine Bau folgt die Alpine Holding bei der negativen Passiva-Hitliste mit 290 Mio. Euro, dann die Alpine Bau GmbH A-1 spolka jawna mit 159 Mio. Euro, gefolgt von dayli (110 Mio. Euro) und der Jetalliance Holding (52,18 Mio. Euro). Bei den Privatkonkursen beläuft sich die Durchschnittsverschuldung auf 110.000 Euro.

Handel und Bau mit dem meisten Verfahren

Auch wenn es im Vergleich zur Vorjahresperiode weniger Insolvenzen - sowohl privat mit einem Minus von 5,29 Prozent als auch von Firmen mit einem Minus von 8,15 Prozent - gibt, dürfe laut AKV nicht vergessen werden, "dass österreichweit wöchentlich noch immer 107 Unternehmungen und 198 Privatpersonen zahlungsunfähig werden".
 
Nach Branchen gab es die meisten Insolvenzverfahren heuer bisher im Handel samt Kfz-Reparatur (767 nach 883 im Vorjahr). Danach folgt der Bau mit 753 Pleiten (737) und Beherbung/Gastronomie mit 575 (589).