Erstellt am 19. Januar 2012, 14:23

Firmengründungen 2011 leicht gesunken. Im vergangenen Jahr haben sich in Österreich rund 35.000 Menschen selbstständig gemacht, das waren um 2.000 weniger als im Jahr 2010.

Ohne die "neuen Dienstleistungen" - vor allem Personenbetreuerinnen aus dem Ausland - waren es 28.000, um 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der weiblichen Gründer sei praktisch unverändert geblieben, berichtete Wirtschaftskammer-Präsident Leitl.

9.560 weibliche Gründer waren es 2010, 9.530 im Berichtsjahr. Frauen hätten einen Anteil von 40,8 Prozent an allen neu gegründeten Personengesellschaften (also ohne GmbH). Österreich habe bei den Gründungszahlen einen besonders hohen Frauenanteil, betonte Leitl. Im Schnitt werden durch jede Neugründung 2,3 Arbeitsplätze geschaffen (inklusive Gründer), der Gründer ist im Durchschnitt 37 Jahre alt. Die Übernahmen bestehender Betriebe hätten hingegen um fünf Prozent zugenommen.

Warum 2011 weniger Unternehmen gegründet wurden, lässt sich laut Leitl nicht an einem einzelnen Grund festmachen, es liege eher am allgemeinen Umfeld. "Wir sind in Zeiten der Unsicherheit, und da müssen wir natürlich besonders motivieren, diesen Weg der Selbstständigkeit zu gehen." Immerhin hätten die neugegründeten Firmen in Österreich auch durch die Unterstützung der Wirtschaftskammer "eine der höchsten Überlebensraten weltweit". 70 Prozent der jungen Unternehmen gebe es nach fünf Jahren immer noch.

Eine Neuerung soll noch heuer eine spürbare Erleichterung für Firmengründer bringen. Bisher müssten die Jungunternehmer im dritten Jahr nach der Gründung gestundete Beiträge zur gewerblichen Sozialversicherung (SVA) innerhalb nur eines Jahres in vier Teilbeträgen nachzahlen. Nun können die jungen Unternehmer diese Nachzahlung innerhalb von drei Jahren in zwölf Raten zinsenlos bezahlen. Profitieren würden davon jährlich rund 35.000 bis 36.000 Jungunternehmer, die von solchen Nachzahlungen betroffen seien.