Erstellt am 17. April 2012, 14:11

Fitch bestätigte Bestnote "AAA" für Österreich. Die Ratingagentur Fitch hat Österreichs Kreditwürdigkeit erneut mit der Bestnote Triple-A (AAA) bewertet, der Ausblick bleibt stabil.

Österreich habe solide wirtschaftliche Fundamentaldaten, eine geringe Arbeitslosigkeit und eine "relativ günstige" Fiskalposition innerhalb der Eurozone, begründete die Agentur am Dienstag ihre Rating-Entscheidung.

Trotz der starken Fundamentaldaten sei das Osteuropa-Exposure österreichischer Banken "signifikant, aber derzeit kein materielles Risiko für Österreichs AAA-Status", betonte Gergely Kiss, Direktor der Staatsanleihen-Abteilung bei Fitch. Eine Verschlechterung der Bilanzen der heimischen Banktöchter in Osteuropa könnte aber "Druck auf das Rating ausüben".

Die Agentur sieht die aus dem Inland stammenden Risiken für die Finanzstabilität in Österreich aufgrund der Rekapitalisierung und Banken-Verstaatlichung nur als "limitiert". Der Frankenkreditanteil an der heimischen Kreditvergabe von 30 Prozent sei aber "eine Quelle für Verwundbarkeit". "Das Exposure für österreichische Banken in Osteuropa wird weiterhin substanziell bleiben und wird sich kurzfristig nicht verändern", schreibt die Agentur in ihrem Bericht.

Positiv bewertet die Agentur die heimische Budgetpolitik: Die öffentlichen Verschuldungs- und Budgetdefizit-Ziele im mittelfristigen Konsolidierungsprogramm von Februar 2012 seien "ambitionierter" als die Ziele im Stabilitätsprogramm 2011. Das kleiner als erwartete Budgetdefizit 2011 und die Vorherrschaft von Ausgabenkürzungen würden "eine günstige Ausgangsposition für die Konsolidierung" ergeben.

Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Spindelegger und Finanzministerin Fekter zeigten sich äußerst erfreut. Sie führe die Entscheidung von Fitch vor allem auf das Stabilitätspaket zurück, sagte Fekter. Auch das nun abgeschlossene Steuerabkommen mit der Schweiz habe signalisiert, dass Österreich seine Budget-Vorgaben einhalten werde.

Im Gegensatz zu Fitch hatte die US-Ratingagentur S&P die Bonität Österreichs und Frankreichs am 13. Jänner auf AA+ gesenkt. Die Herabstufung führte aber nicht zu dem befürchteten Anstieg der Zinsen für österreichische Staatsanleihen.