Erstellt am 21. Dezember 2011, 16:48

Fitch sieht Rating für Austro-Banken unter Druck. Das Rating der großen österreichischen Banken könnte 2012 unter Druck kommen, meint die Ratingagentur Fitch in einer aktuellen Studie.

Sie geht weiters davon aus, dass das Ausfallsrating (IDR) aufgrund der lokalen und regionalen Bedeutung der Institute kurz- und mittelfristig weiterhin auf Unterstützung durch die Republik zählen könne. Der Ausblick dafür wird deshalb mit stabil eingestuft.

Dagegen könnte das Einzel-Rating (viability rating, VR), das die Finanzkraft der Institute auf einer Stand-alone-Basis bewertet, unter Druck kommen. Dieser Druck könnte vor allem dann entstehen, wenn die Pläne zur Verbesserung der Kapitalisierung verschoben werden müssten, oder sich andere interne oder externe Einflüsse - zum Beispiel wegen der Finanzkrise in der Eurozone auf die Kernmärkte in Österreich oder Osteuropa - stärker als bisher von Fitch erwartet auswirken würden.

Das Langfrist- und Kurzfrist-Ausfallsrating der Großbanken - Erste Group, Raiffeisen Bank International (RBI), UniCredit Bank Austria und des Volksbanken-Verbundes inklusive dem Spitzeninstitut ÖVAG - liegt jeweils bei "A". Basis dafür ist die angenommene staatliche Unterstützung. Entwicklungen, die diese Unterstützung aufweichen würden, würden dieses Rating freilich unter Druck setzen. Fitch geht aber davon aus, dass jede diesbezügliche Gesetzgebung - in Österreich oder auf EU-Ebene - ein langer Prozess und der Wegfall der staatlichen Unterstützung deshalb nur graduell wäre. Deshalb der stabile Ausblick in diesem Bereich.

Die Abstufungsrisiken für das Finanzstärke-Rating würden dagegen zunehmen, so Fitch. Die Gründe dafür lägen in den beträchtlichen Kapitalerfordernissen laut EBA-Stresstest und dem sich verschlechternden operativen Umfeld in Österreich und vielen osteuropäischen Märkten.

Fitch rechnet damit, dass die RBI beim Schließen der Kapitallücke mit internen Maßnahmen "herausgefordert" werden könnte. Bei der ÖVAG sei es immer wahrscheinlicher, dass trotz begonnener Restrukturierung zusätzliches Kapital entweder von den Volksbanken oder vom Staat benötigt werde.

Der beschleunigte Schuldenabbau der Institute zum Erreichen der EBA-Kapitalquoten könnte in erster Linie die Ertragsbasis der Banken schädigen, vor allem in Osteuropa, warnt Fitch. Zweitens könnte dadurch das bereits fragile Umfeld für Bankgeschäfte in vielen osteuropäischen Ländern verschlechtert werden, womit schlussendlich die Qualität der Vermögenswerte ebenfalls verschlechtert würde.

Fitch geht davon aus, dass die österreichischen Banken weiter in Osteuropa engagiert bleiben werden, da diese Region als Ganzes nicht nur für die Banken, sondern auch für große österreichische Unternehmen bedeutsam sei.