Erstellt am 04. November 2015, 04:57

Fleisch und Wurst: „Studie ist überzogen“. Die Weltgesundheitsorganisation sieht Fleisch und Wurst als gesundheitsschädlich. Fleischer appellieren nun an den Hausverstand.

Geschenk. Am Weltspartag verteilte Thomas Hatwagner Würstl.  |  NOEN, BVZ
Verarbeitete Fleischprodukte und rotes Fleisch können Krebs auslösen, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Ein Grund dafür soll sein, dass die Zusatzstoffe, die dem Fleisch hinzugefügt werden, den menschlichen Darm schädigen können. Wer täglich 50 Gramm Wurst, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch isst, hat laut der WHO-Studie ein um 18 Prozent erhöhtes Darmkrebsrisiko, bei rotem Fleisch liegt die kritische Grenze bei 100 Gramm täglich. Geflügel wurde nicht untersucht.

Für die Fleischer geht´s nun um die Wurst, Burgenlands Fleischer Innungsmeister Thomas Hatwagner: „Die WHO-Studie ist sicher überzogen. Das behauptet wird, dass es sich bei Wurst und Schinken sozusagen um Abfallprodukte handelt, ist reine Ironie. Schinken ist eigentlich ein Spitzenprodukt. Das Ganze ist eine Riesenschweinerei. Natürlich ist in Pökelfleisch Nitrit drinnen, aber in sehr geringen Mengen. Bei den Fleischern im Burgenland herrscht natürlich große Aufregung.“ Bei der Wurstproduktion ist die Verwendung von Nitriten gang und gäbe, da es die Entwicklung eines Bakteriums verhindert.

"Kunden kaufen aus Protest noch mehr"

Dass die Kunden nun weniger kaufen, sieht Hatwagner nicht, eher im Gegenteil: „Gott sei Dank hat das Ganze derzeit einen eher einen positiven Effekt. Die Kunden kaufen aus Protest noch mehr. Der denkende Kunde lässt sich nicht verunsichern.“ Am Weltspartag wurden zur Freude von Hatwagner als eine Art Reaktion auf die Studie bei Banken Debreziner und Frankfurter verteilt.

Auch bei Spar sieht man keinerlei Rückgang: „Die Kunden haben auf diese Studie total gelassen reagiert.“ Auch bei der REWE-Gruppe sieht man die Entwicklung entspannt: „Dass eine ausgewogene Ernährung wesentlich für die Gesundheit ist, darf aber als allgemein bekannt angenommen werden. Wir vertrauen daher in diesem Zusammenhang auf den „Hausverstand“ unserer Kunden.

Fleischer planen Infokampagnen

Vonseiten der Fleischer plant man Infokampagnen: „Über die Landesinnung wird sicher etwas gemacht, auch vonseiten der Bundesinnung sind Kampagnen geplant.“ Laut einer Studie der AMA ist der Fleischkonsum in Österreich konstant. Seit 1995 liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch inkl. Geflügel der Österreicher bei rund 65 Kilo. Nur 2000 gab es einen Ausreißer, da wurden 68 Kilo pro Kopf und Nase verspeist.

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