Erstellt am 22. August 2012, 08:23

Flughafen Wien hebt nach Gewinnplus Jahresprognose an. Die börsenotierte Flughafen Wien AG hat nach zweistelligen Ergebniszuwächsen im ersten Halbjahr die Gewinnprognose für das ganze Jahr 2012 leicht nach oben geschraubt.

Dreh- und Angelpunkt. Der Flughafen Wien soll in der Centrope Region die zentrale Drehscheibe werden. Der Bau der Dritten Piste würde dazu beitragen, noch mehr Frequenz nach Wien zu bringen.APA  |  NOEN
Statt der bisher prognostizierten mindestens 55 Millionen Euro Nettogewinn sollen es im Jahr 2012 nun mehr als 60 Millionen werden. Das teilte der Konzern Mittwochfrüh mit.

Im Jahr davor hatten in den ersten sechs Monaten teure Abschreibungen im Beteiligungsbereich (Flughafen Friedrichshafen) das Ergebnis belastet. Diese Belastungen fielen nun weg, dafür beginnen heuer die Abschreibungen auf den Terminalbau Skylink.

In den ersten sechs Monaten hat der Flughafen heuer bereits höhere Gewinne gemeldet als von den Börsianern erwartet.

Der Umsatz stieg von Jänner bis Juni 2012 um 4,7 Prozent auf 293,6 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern Abschreibungen (Ebitda) war um 11 Prozent höher bei 109,3 Mio. Euro, das Betriebsergebnis Ebit stieg um 4 Prozent auf 68,7 Mio. Euro an.

Das Konzernergebnis zum Halbjahr legte laut Flughafenangaben um 14,3 Prozent auf 49,5 Mio. Euro zu. Unterm Strich wird ein Nettogewinn von 49,06 Mio. Euro ausgewiesen, um 13,3 Prozent mehr als im Juni vor einem Jahr. Nach Vorstandsangaben haben Bemühungen um Kostensenkungen in den vergangenen Quartalen gefruchtet. Ertragskraft und Finanzlage hätten sich deutlich verbessert.

"Unsere Einschätzungen, Umsatz und Ebitda im Gesamtjahr 2012 zu steigern, sind sehr gut abgesichert", erklärte das Management. Am Vormittag werden in der Halbjahrespressekonferenz die Details erläutert, auch zu den laufenden Nachbesserungsarbeiten am Skylink-Terminal (Check-in 3) und zum Stand der Verfahren zur 3. Piste.

Zur Höhe der Dividenden ließ sich der Vorstand dennoch für 2012 nicht allzu tief in die Karten schauen. Trotzdem gab es zur Halbjahrespressekonferenz erste Andeutungen. 40 Prozent des Bilanzgewinns werden es zwar nicht werden, aber auch nicht "deutlich" weniger als diese Messlatte.

Vorstand Günther Ofner verwies auf Zusagen an den Finanzmarkt, wonach bis 2014/2015 - abhängig von der Gewinn/Verschuldungsquote - maximal 40 Prozent des Nettogewinns zur Ausschüttung kommen.

Für das von Sonderabschreibungen geprägten Jahr 2011 war das Management von seiner Formel abgegangen. Da waren es fast 70 Prozent des Nettogewinns, obwohl nach einem Gewinneinbruch die Dividende halbiert wurde.

Dies werde sich über die nächsten Jahre wieder ausgleichen, sagte Ofner heute. Ob das für 2012 also deutlich weniger als 40 Prozent Ausschüttungsquote heißt? "Von deutlich weniger würde ich nicht ausgehen", sagte Ofner. Genau festlegen werde man sich aber erst nach Vorliegen des Jahresergebnisses. Außerhalb des normalen Geschäfts lukriert der Flughafen heuer auch erste Schadenersatzzahlungen nach der Skylink-Bauaffäre. Dazu soll es im Herbst weitere Ergebnisse geben. Anderseits muss der Flughafen wegen der Pleite seines bisher größten Shopbetreibers Sardana einige Millionen in den Wind schreiben.