Erstellt am 18. Oktober 2011, 15:07

FMA ermittelt angeblich gegen Erste-Chef Treichl. Gegen die Erste Group ermittelt die Finanzmarktaufsicht im Zusammenhang mit Gewinnprognose-Aussagen von Erste-Chef Andreas Treichl, berichtete das "Format" am Donnerstag.

Im Zentrum der Vorwürfe stehen dem Bericht zufolge Aussagen von Treichl gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am 29. September.

Damals hatte er gesagt, er wolle an der Gewinnprognose festhalten. Doch nur knapp zwei Wochen später, am 10. Oktober, musste der Erste-Chef die Gewinnprognose deutlich nach unten revidieren. Die Ermittler sollen nun dem Bericht zufolge untersuchen, ob Treichl damit den Markt getäuscht habe. FMA-Sprecher Klaus Grubelnik bestätigte der APA die Ermittlungen betreffend mögliche Verletzung der Ad-hoc-Pflicht bzw. Verdacht auf Marktmanipulation.

Erste-Group-Sprecher Michael Mauritz wollte dies zunächst nicht kommentieren. "Wir warten ein Schreiben der FMA ab, ehe wir dazu Stellung beziehen", sagte er am Dienstag zur APA.

Dem Vernehmen nach hat die FMA die Ermittlungen nicht erst aufgrund einer anonymen Anzeige eingeleitet, wie das Magazin berichtet, sondern ist aus eigenem tätig geworden. Die Treichl-Äußerungen gegenüber der Nachrichtenagentur Ende September sind nämlich am Rande der FMA-Aufsichtskonferenz in Wien gefallen. Zusätzlich soll zu dem Sachverhalt aber eine Anzeige einer physischen Person eingelangt sein, nachdem die Ermittlungen schon im Laufen waren.

Am 10. Oktober hat die Erste Group überraschend bekanntgegeben, dass sie für heuer 700 bis 800 Mio. Euro Verlust erwartet. Bis dahin war noch ein Gewinn in dieser Größe geplant gewesen.