Erstellt am 26. April 2011, 13:38

Förderung für kreative Tourismusideen. Mit einer "Innovationsmillion" wollen Bund und Länder kreative Ideen von Betrieben unterstützen. Dazu sollen sogenannte Leuchtturmprojekte gefördert werden.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Eine wichtige Voraussetzung ist dabei, dass sich eine Idee positiv auf die Gästebuchungen auswirkt. Der Kooperationsvertrag wurde bereits am 1. April unterzeichnet. Am 2. Mai beginnt die Bewerbungsfrist zu laufen, sagte Wolfgang Kleemann, der Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Im Burgenland gibt es Pläne für eine Buchungsplattform und eine grenzüberschreitende Vermarktung beim Thema Wein.

Mit Leuchtturmprojekten wolle man für den österreichischen Tourismus herausragende Beispiele schaffen. Zwischen fünf und maximal zehn Projekte sollen pro Jahr gefördert werden, so Kleemann. Vom Bund werden bis 2013 jeweils 500.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt, den Rest bringen die Länder auf. Ein wichtiges Kriterium für eine Förderung sei auch die Wertschöpfung.

"Der Gast will leicht zugängliche Buchungsinhalte haben und wir müssen sie ihm anbieten", so Kleemann, der einen Vergleich zur Nespresso-Werbung zog. Dort habe man es verstanden, das Produkt Kaffee mit einem zeitgeistigen Ambiente zu versehen, was "eine marketingtechnische Höchstleistung" darstelle: "Wir brauchen solche Nespresso-Ideen für den Tourismus und laden die Unternehmer ein, solche zu kreieren." Die Förderaktion soll dazu Anreize schaffen. Unterstützt werde die Entwicklung einer Idee bis hin zu einem tatsächlichen Produkt.

Ein Beispiel, das aus dem Burgenland an ihn herangetragen worden sei, betreffe eine Applikation für das iPhone: Dem Besucher einer Region solle damit die Möglichkeit gegeben werden, Buchungen oder Vorreservierungen durchzuführen und Informationen abzurufen. Aus der Steiermark komme die Idee einer ebenfalls regional stattfindenden Vernetzung von Hotelbetrieben, Liftbetreibern, Bootsvermietern und Radverleihern. "Man versucht damit, ein Package anzubieten, indem der Gast über eine einzige Anlaufstelle - über eine Internet- oder eine Direktbuchung - alle diese Leistungsbündel mitbuchen kann", erläuterte Kleemann.

Im Burgenland will man sich darum bemühen, dem Wein eine Leuchtturmfunktion zu geben, so Tourismuslandesrätin Michaela Resetar (V). Denkbar sei auch, den Themenbereich Wein gemeinsam mit Niederösterreich, Steiermark und Wien auf internationaler Ebene gemeinsam zu bewerben.

Insgesamt werden im Tourismusbereich in Österreich jährlich etwa drei Mrd. Euro investiert. Der Anteil der ÖHT liege bei 800 bis 900 Mio. 2010 habe man das "absolut stärkste" Jahr bei touristischen Investitionen verzeichnet. Dennoch sei im ersten Quartal 2011 die Nachfrage nach geförderten Investitionskrediten im Vorjahresvergleich nochmals um 64 Prozent gestiegen. 2010 habe es keinen einzigen Förderausfall gegeben: "Die Betriebe sind so stark aufgestellt, dass wir keine Wertberichtigungen oder keine Ausfälle in der Kreditgestion der Tourismusbank feststellen mussten."

Die Tourismusbranche schätzt der Geschäftsführer insgesamt stabil ein. Dies gelte jedoch nicht für zwei Bereiche - die gehobene Spitzengastronomie sowie Klein- und Kleinstgastwirtschaften wie Restaurants, Bars, Pubs, im städtischen Bereich. Dort gebe es unter Umständen Probleme. Über die ÖHT werden Betriebe ab drei Sternen oder einer entsprechenden Kategorisierung gefördert. Was Eckdaten betrifft, sei man durchaus in den meisten Betrieben stark aufgestellt. Die Eigenkapitalausstattung liege im Schnitt 7 Prozent.