Erstellt am 12. Juni 2013, 08:58

Foglar für mehr Urlaub und weniger Überstunden. ÖGB-Präsident Erich Foglar will für die österreichischen Arbeitnehmer mehr Urlaub und weniger Überstunden herausholen.

Das betonte er anlässlich des ÖGB-Bundeskongresses kommende Woche, bei dem der 57-Jährige zum zweiten Mal zum Gewerkschaftschef gewählt wird. Weitere Forderungen Foglars betreffen die Einführung von Vermögenssteuern sowie eine einheitliche Lehrerbesoldung.

Quasi Vorbild für den ÖGB-Chef, was die Urlaubsregelungen angeht, sind die Beamten. Denn im öffentlichen Dienst wurde vor zwei Jahren vereinbart, dass man automatisch mit dem 43. Lebensjahr zu einer sechsten Urlaubswoche kommt. Diese will Foglar auch im nicht-öffentlichen Sektor breiter umgesetzt sehen als derzeit. Derzeit gibt es die sechste Urlaubswoche erst, wenn man 25 Jahre im selben Betrieb ist.

Das allerdings widerspricht Foglar zu Folge der modernen Arbeitswelt, gebe es doch pro Jahr 800.000 Arbeitsplatz-Wechsel in Österreich und Zeitarbeiter seien de facto überhaupt von der Möglichkeit der sechsten Woche ausgeschlossen. Gesprächsbereit ist der ÖGB-Chef, was das Modell angeht, also ob man nun ein bestimmtes Alter hernimmt, die Vordienstzeiten (unabhängig vom Unternehmen) stärker berücksichtigt oder auch andere Versicherungszeiten einbezieht.

Für den Gewerkschaftspräsidenten ist dieses Mehr an Urlaub auch eine Art Burnout-Bekämpfung. Dazu zählt für ihn zudem eine Zurückdrängung der Überstunden. Deshalb fordert der ÖGB bei seinem Kongress eine Dienstgeber-Abgabe von einem Euro pro geleisteter Überstunde. Die daraus resultierenden Einnahmen von 300 Millionen sollten jeweils zur Hälfte für die innerbetriebliche Gesundheitsvorsorge und das Gesundheitssystem aufgewendet werden.

Eine der vielleicht umstrittensten Forderungen des ÖGB in seinem Leitantrag ist jene nach einer Abschaffung des Selbstständigen-Modells bei der 24-Stunden-Betreuung. Begründet wird diese Initiative von Foglar damit, dass es sich in der Regel um Schein-Selbstständige handle, die unter schlechtesten Bedingungen ihren Aufgaben nachkommen müssten.

Der ÖGB-Chef setzt daher auf das Unselbstständigen-Modell, das freilich bisher angesichts der höheren Kosten für die Patienten kaum nachgefragt wurde. Der finanzielle Mehraufwand soll aus Vermögenssteuern gespeist werden.