Erstellt am 21. August 2012, 15:23

Forum Alpbach: Wifo promotet EU-Projekt. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat am Dienstag das "Forum Alpbach" genützt, um sein von der EU finanziertes Projekt zur Neuausrichtung der europäischen Wirtschaft zu promoten.

Unter Leitung des Wifo bemühen sich 33 wissenschaftliche Institutionen aus zwölf europäischen Ländern unter der Devise "Welfare, Wealth and Work for Europe" in den kommenden vier Jahren interdisziplinär Zukunftsstrategien zu erarbeiten.

Wie die stellvertretende Projektleitern Margit Schratzenstaller und Alpbach-Präsident Franz Fischler, der bei dem Projekt als Berater dient, bei einem Pressegespräch ausführten, sei es nach dem Scheitern der Lissabon-Strategie notwendig geworden, nach neuen sozioökonomischen Wegen zu suchen. Denn bei Lissabon habe sich schon zur Halbzeit gezeigt, dass man hinter den Ausgangspunkt zurückgefallen sei. Und das bei dem Ziel, die EU zur wettbewerbsstärksten Ökonomie der Welt zu machen, betonte Fischler.

Die Arbeit des "WWW"-Projekts soll nach dem Prinzip "work in progress" ablaufen. Das heißt, es wird nicht vier Jahre durchgearbeitet und ein Abschlussbericht produziert, sondern regelmäßig werden sogenannte "policy briefs" für die EU-Kommission erstellt. Die ersten beiden, die noch heuer erscheinen sollen, werden sich der Lage an der Peripherie sowie "European Governance" widmen.

Insgesamt geht es aber laut Schratzenstaller nicht darum, für die aktuellen Probleme der Eurozone rasche Antworten zu geben, sondern langfristige Strategien zu erarbeiten. Einige Zielrichtungen stehen bereits fest. Etwa dass beispielsweise Mittel aus den Kohäsionsfonds nicht mehr wie bisher hauptsächlich in Verkehrsprojekte wie Autobahnen geschüttet werden, sondern etwa zur Unterstützung von Start-ups, zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit oder auch zur Förderung von sanftem Tourismus verwendet werden.

Aufgestellt ist das Projekt so, dass es durch eine ständige Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern, Stakeholdern und Repräsentanten der Zivilgesellschaft bewerkstelligt werden soll. Inwieweit auch die Bevölkerung direkt eingebunden wird, steht noch nicht fest.