Erstellt am 04. April 2013, 08:30

Fünf Filialen stehen vor Schließung. Wie am Dienstag bekannt wurde, ist das Elektrohandelsunternehmen Niedermeyer pleite. Insgesamt haben sich 29 Millionen Euro Schulden bei 840 Gläubigern angehäuft.

Eine Niedermeyer Filiale  |  NOEN, BARBARA GINDL (APA)
Im Burgenland werden vier der fünf Filialen geschlossen. Vorerst bleibt nur die Filiale im Haidäckerpark in Eisenstadt geöffnet. Die Mitarbeiter in den Niedermeyer-Filialen Parndorf, Oberpullendorf und Oberwart sowie jene des zweiten Eisenstädters Standorts verlieren ihren Arbeitsplatz – sofern das Gericht der Schließung zustimmt. Österreichweit sind knapp 600 Niedermeyer-Mitarbeiter von der Kündigung betroffen.

Grund der Insolvenzanmeldung sind Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. In den Passiva in der Höhe von 28,8 Millionen Euro sind laut KSV (Kreditschutzverband von 1870) bereits Kosten für die Filialschließungen enthalten. „Es muss nun rasch Klarheit geschaffen werden, ob das Unternehmen in der Insolvenz tatsächlich längerfristig fortgeführt werden kann und wir werden darauf drängen, dass vom Unternehmen so schnell als möglich ein plausibles Fortführungs- und Finanzierungskonzept in Anbetracht des angestrebten Sanierungsplans vorgelegt wird“, sagte Christoph Vavrik vom KSV.

Die Beschäftigten haben für März übrigens keine Löhne bzw. Gehälter bekommen, gab die Arbeiterkammer bekannt. Aushelfen soll nun der Insolvenzfonds. Bisher wurde jedoch noch kein Antrag gestellt, sagte Insolvenzfonds-Chef Wolfgang Pfabigan. Kreditlinien seien dafür nicht notwendig. "Das Geld ist vorhanden", so Pfabigan. Er schätzt, dass der Fonds "ein paar Millionen" ausschütten werde. Bis die Mitarbeiter ihr Geld bekommen, dürften aber noch einige Wochen vergehen.

Donnerstag beginnt der Abverkauf in jenen 53 Filialen in ganz Österreich, die geschlossen werden. Letzter Verkaufstag für diese Filialen sei der kommende Samstag, sagte Niedermeyer-Sprecher Christian Rothmüller.