Erstellt am 22. August 2012, 12:46

Fußmärsche an Flughäfen: Wien international top. Seit im Juni der Terminalbau Skylink (Check-In-3) am Flughafen Wien eröffnet wurde, klagen Passagiere über lange Fußmärsche zwischen Ankunft und Gepäckband oder Haupteingang und Abflugs-Gate.

Der Flughafen Wien hat am Donnerstag zumindest diese Kritik als überzogen zurückgewiesen. Man schneide im internationalen Vergleich gut ab. Die Airport-Chefs Günther Ofner und Julian Jäger sprachen von nur einem Drittel der Entfernungen, die Passagiere an den Airports von Frankfurt oder Zürich zurückzulegen hätten.

Der längste Weg, der zur Zeit am Airport in Wien zurückzulegen sei - das ist der Abstand vom "Pier West" in die neue Gepäckausgabehalle - umfasse 680 Meter, berichteten die Vorstände heute. Das sei länger als früher, aber im internationalen Maßstab doch sehr gut.

Kritische Beobachter hatten zuvor schon ausgerechnet, dass der längste Fuß-Weg in Wien-Schwechat jetzt siebeneinhalb Minuten dauert. Früher waren es etwas über 5 Minuten. Das sei "subjektiv" belastend, wird bestätigt,  aber man tue alles, um die Wege so kurz wie möglich zu halten. Außerdem gebe es ja die Transportbänder für Passagiere. Spätestens sobald der "alte" Teil des Flughafens umgebaut und Räumlichkeiten der früheren Infrastruktur rückgebaut sind, sollen sich die Weg-Zeiten wieder reduzieren.

In einer in der Airlinebranche vielbeachteten Auflistung hat ein britischer Reiseversicherer erhoben, welche Flughäfen zwischen Eingang und dem fernsten Abflugsteig die längsten Fußmärsche erfordern. Führend ist der Flughafen Beijing Capital mit 3,2 Kilometern. Atlanta kommt demnach immer noch auf 2,08 Kilometer, gefolgt von Zürich (2,04). In Frankfurt sind es der Liste zufolge immer noch 1,88 Kilometer.

Wenn die Flughafen-Ausbauten und Umbauten einmal fertig sind, sollen auch die Verbindungen zwischen dem neuen und dem alten Bereich offener sein. Die Revitalisierung des alten Check-In-1 läuft schon und wird nächstes Jahr der neue Terminal für Air Berlin/Niki.

Im ersten Quartal 2013, möglicherweise Anfang des 2. Quartals, fällt die Entscheidung, ob der älteste Teil (Check-In 2) abgerissen, revitalisiert oder total umgebaut wird. Der Vorstand will dabei die Lehren aus dem Skylink-Bau ziehen und lieber ein paar Wochen länger planen und beraten.

Zur Mängelbehebung beim neu eröffneten "Star-Alliance-"Terminal Check-In-3 (Skylink) wird der Airport knapp 10 Mio. Euro in die Hand nehmen. Fest steht, dass zusätzliche Aufzüge zwischen den Geschoßen eingebaut werden. Mit der Kritik an zu engen Rolltreppen werden Flughafen-Verantwortliche und Passagiere hingegen die nächsten Jahrzehnte leben müssen. "Die Rolltreppen kann man nicht ändern. Dazu müssten tragende Wände eingerissen werden".

Ofner und Jäger räumen aber ein: "Würde man heute neu bauen, würde man nicht nur die ganze Halle, sondern auch die Rolltreppen breiter machen". Ofner sieht das Rolltreppen-Thema - anders als andere Kritikpunkte - aber lediglich psychologisch besetzt.

Auch (noch) leerstehende Geschäfte sollten kein größeres Problem sein, hieß es heute. Bis Jahresende sollen alle leeren Shopflächen im neuen Terminal vergeben sein. Ein besonderes Anliegen des Airports ist es, Behinderten Barrieren aus dem Weg zu räumen. Dazu sind seit ein paar Tagen eigene Arbeitsgruppen unterwegs. Und wichtig sei, dass an dem Terminal die Abwicklung störungsfrei klappe. Das sei in allen Statistiken über Pünktlichkeit und Umsteigezeiten bereits belegt.