Erstellt am 17. Juli 2015, 09:39

von NÖN Redaktion

Gas: Neue Technologie macht Netze fit. Im Zuge des Sanierungsprogrammes ihrer Erdgasnetze bringt Netz Burgenland erstmals ein neuartiges Verfahren beim Rohrtausch zum Einsatz.

Gerhard Wischenbarth, Technischer Betriebsleiter (l.) Geschäftsführer Netz Burgenland Erdgas GmbH Johann Wachtler Georg Graf, Bau- und Projektleiter (r.)  |  NOEN, Sanierung
Mit der sogenannten Berstlining-Technologie können Gasleitungen erneuert werden, ohne dass gegraben werden muss. Wesentlicher Pluspunkt: Somit entfallen Reparatur- und Wiederherstellungskosten von Straßen.

Die Netz Burgenland Erdgas GmbH testet dieses Verfahren bei der Erneuerung von Erdgasleitungen in den Ortsrohrnetzen Oberwart und Weiden am See.

„Wir wollen aus diesen Teststrecken wertvolle Erfahrungen für den weiteren Einsatz dieser Technologie im Gasnetz sammeln“, so Geschäftsführer Netz Burgenland, Johann Wachtler.

Wege-Aufbrechen wird vermieden

Beim Berstlining-Verfahren wird das alte Rohr kontrolliert geborsten bzw. aufgeschnitten. Gleichzeitig wird ein neues Rohr mit gleichem oder größerem Querschnitt eingezogen. Da durch das Bersten in das umliegende Erdreich eingegriffen wird, ist eine Bestimmung der Bodenbeschaffenheit und eine Einbautenerhebung äußerst wichtig.

Für den Rohreinzug werden nur spezielle Rohre mit Schutzmantel eingesetzt. Alle qualitätsrelevanten Daten, wie Zugkräfte auf das neue Rohr, werden elektronisch aufgezeichnet. Das Berstverfahren ist aufgrund der aufwändigeren Technologie etwas teurer als die normale Herstellung einer Künette im Grabverfahren.

Bestehen jedoch hoch vergütete Oberflächen (Bundesstraßen mit unbeschädigter Asphaltierung, gepflasterte Flächen, Kreuzungsbereiche), ist es mit diesem Verfahren möglich, grabenlos Rohre zu verlegen, wobei hier die bestehende Rohrtrasse verwendet werden kann.

Im Unterschied zur Sanierung im Grabverfahren müssen bei Anwendung dieser Technologie keine Straßen- oder Gehwege aufgebrochen werden. Dadurch entfallen Reparatur- und Wiederherstellungskosten.

Infrastruktur-Initiative des Landes

Die Netz Burgenland Erdgas GmbH, ein Unternehmen der Energie Burgenland startet in der Bausaison 2015 ein umfangreiches Sanierungsprogramm ihrer Erdgasnetze. Das Programm ist auf 15 bis 20 Jahre ausgerichtet, in denen jährlich zwischen drei und vier Mio. investiert werden.

Konkret werden dabei Gasrohrleitungen aus PVC durch Leitungen aus dem Werkstoff Polyethylen ersetzt. „Durch den Einsatz moderner Werkstoffe wird das bestehende Erdgasnetz den aktuellen Erfordernissen angepasst“, erklärt Johann Wachtler, Geschäftsführer Netz Burgenland.

Motto: Zukunftsfit und sicher

Das rund 2.600 km lange Erdgasnetz wurde ab 1970 errichtet und versorgt rund 51.000 Kundenanlagen mit umweltfreundlichem Erdgas. Rund ein Fünftel der Leitungslänge wurde mit Rohren aus PVC und Armaturen und Rohrleitungsteilen aus Graugussteilen errichtet. Durch die Sanierungsmaßnahmen wird das Erdgasnetz zukunftsfit gemacht.

Vor allem im Hinblick auf eine mögliche Wasserstoffeinspeisung oder die Verwendung von aufbereitetem Biogas im Erdgasnetz sind zeitgemäße Werkstoffe und Sicherheitseinrichtungen notwendig. Für 2015 plant die Netz Burgenland Erdgas GmbH rund 20 km Erdgasleitungen in den Bezirken Neusiedl, Eisenstadt, Mattersburg und Oberwart zu erneuern und rund 800 Hausanschlüsse zu sanieren.

Für Objekte oder Grundstücke, welche in den zu sanierenden Straßenzügen noch keinen Erdgashausanschluss haben, bietet Netz Burgenland die Errichtung eines Hausanschlusses zu besonders günstigen Konditionen an.