Erstellt am 29. Dezember 2010, 15:04

Gasnetztarife steigen, Stromnetztarife sinken leicht. Die Gasnetztarife in Österreich steigen mit Jahresbeginn, bei den Stromnetz-Tarifen kommt es dagegen zu einer leichten Senkung. Entsprechende Verordnungen wurden nun zum Jahreswechsel von der Regulierungsbehörde E-Control erlassen.

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Die Gasnetztarife werden laut Mitteilung der Regulierungsbehörde E-Control nun um durchschnittlich 7,6 Prozent steigen. Auf der Gesamtrechnung inklusive Energiepreis und Steuern wird sich die Erhöhung mit 2 bis 4 Prozent niederschlagen. Je nach Bundesland seien die Erhöhungen unterschiedlich, aber Senkungen gebe es nicht, so E-Control-Gasexperte Michael Schmölzer. Der Netztarif mache aber nur rund 20 Prozent vom Gesamttarif aus, dazu kommen 30 Prozent Steuern und 50 Prozent reine Energiekosten.

Der Gasabsatz sei in den vergangen Jahren wegen der Wirtschaftskrise "massiv zurückgegangen", vor allem der Industrieabsatz. Der private Gasabsatz sei auch langfristig eher rückläufig, sagte Schmölzer. In den Städten gebe es immer weniger Gasanschlüsse, und der Vormarsch der Fernwärme verdränge Gasanschlüsse. 2009 wurden in Österreich 8,2 Mrd. Kubikmeter Gas verbraucht.Die E-Control begründete die Erhöhung bei den Gasnetztarifen - der ersten seit der völligen Marktliberalisierung im Oktober 2002 - neben den Mengenrückgängen auch mit den massiven Investitionen in das Gasnetz. Laut Schmölzer werden bis 2011 rund 400 Mio. Euro dann 2012/13 rund 300 Mio. Euro investiert - unter anderem für das Gaskraftwerk im steirischen Mellach, das nach früheren Angaben bei Vollbetrieb rund 1 Mrd. Kubikmeter Gas verbrauchen wird.

Die neuen Gas-Netztarife wirken sich bei den einzelnen Netzbetreibern unterschiedlich aus. Der Kunde kann seinen Gaslieferanten frei wählen, beim Energienetz gibt es keine Auswahl. Für einen durchschnittlichen Wiener Kunden (Jahresverbrauch von 10.700 kWh) erhöht sich die Gasrechnung aufgrund der neuen Netztarife nach Angaben von Wien Energie um knapp 17 Euro. Bei der niederösterreichischen EVN sind es für einen Verbrauch von 10.700 kWh knapp 19 Euro mehr pro Jahr und bei der OÖ Gas Wärme gut 29 Euro, wie es aus den Unternehmen zur APA heißt.

Die Stromnetztarife sinken mit Jahresbeginn um durchschnittlich rund 0,8 Prozent, teilte die E-Control heute weiter mit. Dies entspreche einer Entlastung von rund 13 Mio. Euro. Seit 2001 seien die Netztarife um mehr als 600 Mio. Euro bzw. rund 27,5 Prozent reduziert worden. Beim Gas seien die Netzkosten seit Liberalisierungsbeginn um mehr als 13 Mio. Euro bzw. 2,5 Prozent gesenkt worden.