Erstellt am 19. Oktober 2011, 06:08

Gehaltsverhandlung für 520.000 Handelsangestellte. Ab heute werden die neuen Gehaltsabschlüsse für 520.000 Handelsangestellte verhandelt. Den Fokus legt die Gewerkschaft bei den diesjährigen Gesprächen auf die Anliegen der Frauen. Zentrale Forderung neben einer "kräftigen realen Gehaltserhöhung" ist deshalb die Anrechnung der Karenzjahre als geleistete Berufszeit. Eine Änderung bei der Sonntagsöffnung schließt ÖGB-Chef Foglar aus.

Derzeit lassen sich für die Karenzzeit maximal zehn Monate anrechnen. Außerdem fordern die Arbeitnehmervertreter eine vorgezogene Auszahlung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Einen konkreten Prozentsatz nannten die Chefverhandler auf Arbeitnehmerseite, Franz Georg Brantner und Manfred Wolf, wie üblich nicht.

Die Arbeitgeber haben der Forderung nach Anrechnung der Karenzzeiten bereits im Vorfeld eine Absage erteilt und betont, dieses Thema könne nicht auf KV-Ebene gelöst werden. Der Gewerkschaft wird bei den diesjährigen Gesprächen übrigens ein neuer Chefverhandler auf Arbeitgeberseite gegenübersitzen. Wer, steht noch nicht fest. Neo-Klubchef der Wiener ÖVP und Noch-Handelsobmann Fritz Aichinger verhandelte für die Arbeitgeberseite seit 1984 und war vergangenes Jahr erstmals Chefverhandler.

Käme jemand bei den heute anlaufenden Kollektivvertragsverhandlungen im Handel auf die Idee, wieder einmal das Thema Sonntagsöffnung auf die Tagesordnung zu bringen, würde er sich bei der Gewerkschaft die Zähne ausbeißen. ÖGB-Präsident Foglar schloss gegenüber der APA aus, dass die Arbeitnehmervertreter einer weiteren Aufweichung der geltenden Regelungen zustimmen würden.

Die Diskussion neu angerollt hatte H&M-Österreich-Chefin Claudia Oszwald, die jüngst gemeint hatte, dass in Städten mit hohem Tourismusaufkommen, vor allem in Wien, eine Sonntagsöffnung von Vorteil und wünschenswert wäre. Foglar kontert, dass es in Tourismuszonen ohnehin für Landeshauptleute die Möglichkeit gebe, eine Öffnung zu erlauben.