Erstellt am 13. Oktober 2010, 13:43

Gemeinsam stark mit Ungarn. „TOURISTNET“ / Seit zwei Jahren erarbeiten ungarische und burgenländische Touristiker gemeinsam Projekte, um den grenzüberschreitenden Tourismus zu forcieren.

VON DORIS SEEBACHER

Das Projekt „TouristNet“ – seit zwei Jahren im Laufen – soll dafür sorgen, den grenzüberschreitenden Tourismus zwischen dem Burgenland und Westungarn anzukurbeln. Nun wurden erste Zwischenergebnisse und Projekte präsentiert. So wird es beispielsweise eigene Pakete geben, die sowohl Ausflüge nach Sopron und auch nach Eisenstadt und Raiding beinhalten. Weitere Schwerpunkte: grenzüberschreitendes Radfahren, Naturparkbesuche, Wellness und Thermen, Wein und Kulinarik sowie Kultur.

Auch der namhafte Tourismusforscher Peter Zellmann vom Institut für Tourismus- und Freizeitforschung meint dazu: „Es gibt sehr viel Potenzial, wenn die Chancen beider Länder genutzt werden.“

„Kleine Alltage für die Gäste inszenieren“
Dabei sind Wellness und Landwirtschaft für Zellmann die Grundlagen für neue Einkommensquellen. „Gäste wollen Einheimische auf Zeit sein“, so Zellmann. Er rät den Touristikern, ihren Gästen „kleine Alltage“ zu inszenieren. „Man glaubt ja gar nicht, welche Schätze an Informationen alleine in kleinen Kulturvereinen schlummern“, so Zellmann. „Nicht Homepage und Hochglanzprospekte sind wichtig, sondern richtiges Betreuungsmanagement.“

Wellness und Landwirtschaft als Zugpferde nutzen
Sein Tipp: Schwerpunkte beispielsweise auf Biokost, Kosmetik oder Naturheilkunde legen – in Verbindung mit der Landwirtschaft. Auch schon alleine deshalb, um Jugendliche mit Arbeitsplätzen in der Region zu halten. Weiterer Vorteil, laut Zellmann: „Das Angebot wird sich mit jungen Mitarbeitern auch jugendlicher entwickeln.“ Wobei man hier im Burgenland wieder auf ein weiteres Di-lemma stößt: Es gibt zu wenige junge Leute, die sich für Tourismusberufe interessieren.

Problem: Zu wenig Arbeitskräfte im Tourismus
„Das Problem dabei ist oft, dass Eltern zu ihren Kindern sagen‚ sie wären dumm, wenn sie am Wochenende arbeiten würden“, erklärt Franz Perner, Projektleiter von „TouristNet“, den Grund, warum junge Leute eher eine Tourismusfachschule besuchen, als eine Lehre im Tourismusbereich zu absolvieren.