Erstellt am 01. Juni 2011, 18:30

Gemüsebauverband: Schaden in Millionenhöhe. Der Schaden aus der EHEC-Krise für die österreichischen Gemüsebauern "geht in die Millionen", schätzt Fritz Rauer, Präsident des Bundesgemüsebauverbands.

Rund 160 Betriebe produzieren in Österreich Salatgurken im Glashaus und seien jetzt "voll von der Krise" betroffen. Der Gurken-Absatz sei gestern, Dienstag, im Vergleich zur Woche davor um rund 50 bis 70 Prozent eingebrochen, sagte Rauer. "Derzeit muss man ernten und entsorgen." Die Preise für Gurken seien "europaweit im Keller" und lägen damit weit unter den Produktionskosten.

Er habe "größte Sorge" um die kleinstrukturierten Betriebe. Laut Rauer ist auch der Absatz von Gemüse aus dem geschützten Anbau, vor allem Glashaus, um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen.

Der Gemüsebau-Präsident appelliert an die Konsumenten weiterhin österreichisches Gemüse zu kaufen: "Österreich ist EHEC-frei". Außerdem wehre er sich, Gemüse als Infektionsquelle abzustempeln. "Es gibt keinen gefundenen Erreger", betonte Rauer.

Beim niederösterreichischen Biohof Adamah, der rund 5.000 Kunden in Österreich direkt mit Bio-Gemüse beliefert, hat die EHEC-Krise nicht eingeschlagen. Spanische Bio-Salatgurken werden seit Montag nicht mehr ausgeliefert. Große Mengen an dem Gemüse seien aber dank der zeitnahen Belieferung nicht weggeworfen worden, so Adamah-Mitarbeiter Michael Zemlics.

"Nur wenige Kundenanfragen" habe es gegeben, so Zemlics. Auch bei anderen Produkten wie Tomaten oder Salaten halte sich die Angst der Kunden in Grenzen. Er hofft, dass das so bleibt: "Die Ernte startet gerade", ab dieser Woche würden heimische Freiland-Gurken im großem Stil geerntet.