Erstellt am 29. August 2013, 16:05

Gerangel um Güssing. Biomasse-Insolvenz / Forschungszentrum bleibt bestehen. Politisch sorgt das ehemalige Vorzeigeprojekt aber weiterhin für Wirbel.

Positive Gespräche. Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor (r.) mit Investor Michael Dichand. Der Sohn des verstorbenen Zeitungs-Herausgebers verspricht weitere Investitionen im Energie-Zentrum.  |  NOEN, Fredi Brenner
Von Wolfgang Millendorfer und Michael Pekovics

Die gute Nachricht verkündeten SP-Bürgermeister Vinzenz Knor und Investor Michael Dichand am Montag: Die , Güssing bleibe auch weiter als Forschungsstandort erhalten.

Dass dem Biomasse-Kraftwerk die Forschungsförderungen (pro Jahr 350.000 Euro) gestrichen wurden, sorgte nicht nur für die Insolvenz, sondern zuletzt auch für reichlich Kritik. Jetzt ging die grüne Nationalrätin Christiane Brunner noch einen Schritt weiter: „Aus machtpolitischen Gründen soll das Biomasse-Kraftwerk getötet werden.“

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In die Pflicht nimmt sie neben dem Minister-Duo Nikolaus Berlakovich und Maria Fekter vor allem die Landesspitze. „Es hat schon immer ein Gerangel gegeben, wer Güssing für sich verkaufen kann“, meint Brunner und ortet den Höhepunkt im Besuch von Arnold Schwarzenegger im Vorjahr.

Berichte werden unter Verschluss gehalten

Seitdem würden die Energie-Unternehmen in Güssing – das inzwischen von schwarz auf rot umgefärbt wurde – streng geprüft. Die Berichte halte man laut Brunner aber unter Verschluss, wodurch die Rehabilitation zusätzlich erschwert werde.

SPÖ und ÖVP verwehren sich gegen die „unsachliche Kritik“ der Grünen, wobei SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich Argumente der ÖVP wiedererkennen will und VP-Landesvize Franz Steindl den sofortigen Schulterschluss für die erneuerbare Energie fordert.

Aus der politischen Diskussion heraushalten möchte sich Geschäftsleiter Reinhard Koch. Jetzt setzt man in Güssing auf weitere Gespräche mit Investor, Partnern und Land.
 


Modell Güssing
  • Seit 1996 wird im Zentrum für erneuerbare Energie an nachhaltigen Konzepten geforscht. Als Herzstück des international beachteten und aus mehreren Unternehmen bestehenden Modells gilt das Biomasse-Kraftwerk.
  • Nach Fälligstellung von Krediten und Aberkennung von Förderungen schlitterte das Kraftwerk in die Insolvenz. Verbindlichkeiten: knapp sechs Millionen Euro.
  • Neben der Fortführung der Forschung ist jetzt auch eine eigene Anlagen-Produktion geplant.