Erstellt am 27. Oktober 2015, 11:23

Gerbavsits zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. EVN-Vorstandsdirektor Szyszkowitz neuer stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Gerbavsits folgt Löffler als Aufsichtsratsvorsitzender.  |  NOEN, zVg
Der Aufsichtsrat der Energie Burgenland hat heute einstimmig den bisherigen Vorstandssprecher Michael Gerbavsits zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Gerbavsits wurde im Jänner 2011 zum Vorstandssprecher der BEWAG bestellt, die 2012 mit der BEGAS zur Energie Burgenland fusionierte.

Davor war er u. a. als Landesdirektor Burgenland der Unicredit Bank Austria AG sowie als Vorstand der Burgenland Holding AG tätig. Gerbavsits und sein Kollege Alois Ecker wurden im September 2015 bis Ende 2020 als Vorstände der Energie Burgenland wiederbestellt. 

Hauptversammlung wählte neue Aufsichtsräte

Vor der Aufsichtsratssitzung wurden in einer außerordentlichen Hauptversammlung drei neue Aufsichtsräte gewählt: Peter Nemeth, Präsident der burgenländischen Wirtschaftskammer; Robert Grüneis, Energievorstand der Wiener Stadtwerke und Reinhard Poglitsch, Mitglied der Geschäftsleitung der ISS Austria Holding.

Sie folgen auf die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder Leopold Buchmayer, Georg Kummer und Susanna Zapreva-Hennerbichler. In der Aufsichtsratssitzung wurde EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, er folgt in dieser Funktion auf Leopold Buchmayer.

Presseaussendung Bündnis Liste Burgenland

Bündnis Liste Burgenland/Kölly: Postenschacher und Machtwirtschaft in Energie Burgenland wird Tür und Tor geöffnet

„Mit dem Beschluss, den bisherigen  Vorstandssprecher der Energie Burgenland, Michael Gerbavsits, zum Vorstandsvorsitzenden zu wählen, wird dem Postenschacher und der Machtwirtschaft in der Energie Burgenland Tür und Tor geöffnet“, betont Bündnis Liste Burgenland LAbg. Manfred Kölly. In der  heutigen Aufsichtsratssitzung wurden mit dem ÖVP-nahen Peter Nemeth (Präsident Bgld. Wirtschaftskammer), dem roten Funktionär Robert Grüneis (Energievorstand der Wiener Stadtwerke) und dem ex-FPÖ LAbg. (?)  Reinhard Poglitsch (Mitglied der Geschäftsleitung der ISS Austria Holding) in einer außerordentlichen Hauptversammlung drei neue Aufsichtsräte gewählt.

Kölly: „Der Zick-Zack Kurs und die Doppelbödigkeit der ÖVP-Burgenland ist nicht zu übersehen  – die FPÖ als ehemalige Kontrollpartei hat längst ihre Werte verlassen und Landeshauptmann Hans Niessl ist seit der neuen Legislaturperiode (SPÖ-FPÖ Regierung) Alleinherrscher über das Burgenland.“ Das Bündnis Liste Burgenland ist die einzige im Landtag vertretene Fraktion die für das Land, für die Menschen und nicht für Parteigänger und Parteisoldaten arbeitet.  

Kölly: "Für parteipolitische Spiele, den Ausbau der Machtwirtschaft und Postenschacher ist das Bündnis Liste Burgenland nicht zu haben.  Das Bündnis Liste Burgenland wird mit allen zur Verfügung stehenden Mittel gegen den Postenschacher und die Machtwirtschaft im Burgenland ankämpfen. Für die Menschen. Für das Land. Für Dich."


Pressemitteilung der Volkspartei Burgenland:

LAbg. Mag. Christoph Wolf, M.A., Landesgeschäftsführer 
Dirimierungsrecht für Gerbavsits öffnet Vertuschung und Machtmissbrauch Tür und Tor
Als „Vertuschungsrecht“ bezeichnet Landesgeschäftsführer Christoph Wolf das in der heutigen Hauptversammlung beschlossene Dirimierungsrecht für Gerbavsits. „Das Dirimierungsrecht in der damaligen BEWAG wurde im Zuge eines Beteiligungsskandals in den 1990er Jahren abgeschafft. Dass die unumschränkte Macht für ein Vorstandsmitglied gerade inmitten des PEW-Skandals nun wieder eingeführt wird, ist ein Treppenwitz der Geschichte und öffnet Tür und Tor für Vertuschung und Machtmissbrauch“, kritisiert Wolf. Mehr denn je sei es nun Aufgabe der Volkspartei Burgenland, ihre Kontrollfunktion auszuüben und auf das Land aufzupassen.
 
PEW-Skandel wirft viele offene Fragen auf
Die Stellungnahmen der Energie Burgenland sind für sich schon skandalös und weisen auf eine Vertuschungsstrategie hin, die von der Staatsanwaltschaft aufzugreifen sind:
  1. Wenn innerhalb eines Jahres 2,5 Millionen Euro versenkt werden, muss das Organisationsverschulden und der Tatbestand der Untreue geprüft werden.
  2. Wenn im Zusammenhang mit dem „Küchenbetrug“ behauptet wird, dass bei der PEW kein Schaden entstanden ist, warum wird der involvierte PEW-Mitarbeiter entlassen?
  3. Wenn es keinen konkreten Verdacht gegen die ehemaligen Geschäftsführer gibt, warum wird der eine bei vollen Bezügen dienstfrei gestellt und der andere aus dem Unternehmen „einvernehmlich“ verabschiedet?
  4. Warum werden Mitarbeiter zu einem Zeitpunkt angestellt, obwohl bereits eine massive wirtschaftliche Schieflage bekannt war?
  5. Wenn alles in bester Ordnung ist, warum lässt der Vorstand die Vorgänge prüfen, nachdem man eine Prüfung auf Antrag eines Aufsichtsratsmitglieds abgelehnt hat?
„Viele Widersprüche und Fragen – keine Antworten. So kann man die Unternehmensstrategie der Energie Burgenland zusammenfassen. Eine Strategie zum Schaden der burgenländischen Steuerzahler,“ so Wolf.