Erstellt am 19. November 2012, 16:18

Geschäft der Schattenbanken größer als vor Krise. Es war eine Lehre aus der Finanzkrise: Undurchsichtige und damit potenziell gefährliche Geschäfte der Finanzwelt sollen ans Licht geholt und strikt kontrolliert werden.

Das Geschäft der bisher kaum regulierten Schattenbanken ist wieder auf Wachstumskurs - und ist größer als vor der globalen Finanzkrise 2007/08. Das geht aus Daten des internationalen Finanzstabilitätsrates der G-20-Staaten hervor. Dieser Sektor steht für rund ein Viertel aller weltweiten Finanzmarktgeschäfte. Danach kamen diese sogenannten Schattenbanken, wie beispielsweise Hedge-Fonds, weltweit Ende 2011 auf ein Geschäftsvolumen von 67 Bill. Dollar (52,57 Bill. Euro). Damit sei das Wachstum ungebrochen, wenn auch mit geringerem Tempo als in der Zeit vor der Finanzkrise, stellt der FSB in seinem am Sonntag in Basel veröffentlichten Bericht fest. Demnach hatten Schattenbanken 2002 ein geschätztes Geschäftsvolumen von 26 Bill. Dollar; 2007 waren es bereits 62 Bill. Dollar.

Allerdings ist der Anteil des Schattenbanken an allen finanzwirtschaftlichen Transaktionen seit dem Beginn der Krise zurückgegangen, wie der FSB feststellt. Er verharre bei etwa 25 Prozent im Zeitraum 2009 bis 2011, "nach einem Spitzenwert von 27 Prozent 2007".

Als "Schattenbanken" gelten Finanzinstitute, die zwar mit bankähnlichen Geschäften aktiv sind, aber außerhalb des eigentlichen Bankensystems arbeiten, und deswegen auch nicht deren Regeln unterworfen sind. Sie bewegen sich in einer Grauzone oder Schattenwelt, daher der Name. Dazu zählen zum Beispiel Hedge-Fonds, oder Private-Equity-Firmen (externe Kapitalgeber, die Unternehmen außerbörslich Eigenkapital zur Verfügung stellen).

Für seine Übersicht nahm der FSB 25 Länder sowie die Eurozone als Ganzes unter Beobachtung, erheblich mehr als noch vor einem Jahr, als lediglich elf Länder plus Eurozone ausgewertet wurden. Damit seien nun 86 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung in der Stichprobe enthalten.

In Europa sind die Schattenbanken seit längerem im Visier der EU-Kommission. Sie plant für Anfang 2013 unter Federführung von Binnenmarktkommissar Michel Barnier einen Gesetzesvorschlag.