Erstellt am 02. Oktober 2016, 09:30

von APA/Red

Energie Burgenland will 76 Mio. Euro investieren. Die Energie Burgenland will im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 76 Mio. Euro investieren.

Müllner

Der überwiegende Teil davon betrifft das Strom- und Gasnetz, erläuterte Vorstandssprecher Michael Gerbavsits im APA-Gespräch. Außerdem sollen 120 Fotovoltaikprojekte umgesetzt werden. Weil aufgrund der Rahmenbedingungen nicht mehr möglich sei, soll es hingegen nur drei neue Windkraftanlagen geben.

Das Budget für das neue Geschäftsjahr, das am Samstag begonnen hat, sei bereits vom Aufsichtsrat genehmigt. Die Fotovoltaikprojekte auf Dachflächen hat die Energie Burgenland von einem kleinen Betrieb mit drei Mitarbeitern nach der Projektentwicklung übernommen und im August mit der Umsetzung begonnen. "Wir müssen nicht alles selbst entwickeln", meinte Gerbavsits. In Zukunft wolle man verstärkt mit kleinen Betrieben kooperieren. Die 120 Anlagen bringen zusammen etwas mehr Leistung als ein Windrad.

Von den für das neue Geschäftsjahr geplanten Investitionen sollen 45,6 Mio. ins Strom- und 13,3 Mio. in das Gasnetz fließen, das im Rahmen eines auf etwa 15 Jahre angelegten Vorhabens saniert wird. In Bruckneudorf soll ein neues Umspannwerk entstehen, das große Umspannwerk in Zurndorf soll erweitert werden, erläuterte der Vorstandssprecher.

Im Rahmen des seit dem Vorjahr laufenden Programms "Energie Burgenland FIT 2020" seien 83 Verbesserungsmaßnahmen in den verschiedensten Bereichen definiert worden. Ziel sei es, zunächst 2 Mio. Euro und ab 2020 7 Mio. Euro jährlich einzusparen. Dies solle je zur Hälfte durch eine Reduzierung des Sach- und des Personalaufwandes erreicht werden.

Aus neun Tochterfirmen der Energie Burgenland sollen kommendes Jahr fünf werden. Vier Töchter übernehmen dabei die Sparten Erzeugung, Vertrieb, Netze und Energiedienstleistungen. Ein weiteres Tochterunternehmen fungiere als interner Dienstleister. "Wir werden den Mitarbeiterstand bis 2020 um ungefähr 50 reduzieren", so Gerbavsits. Dies werde nur mit natürlichen Abgängen, Teilzeit- und Flexibilisierungsmodellen erfolgen. Keine Reduktion werde es bei der Lehrlingsausbildung geben. Die Energie Burgenland beschäftigt im Schnitt 40 Lehrlinge.

Was die Smart Meter ("intelligente" bzw. digitale Stromzähler, Anm.) betrifft, wurden im Herbst des Vorjahres die ersten 3.000 Geräte eingebaut. Vor einer Woche habe im Bezirk Jennersdorf der Massen-Rollout begonnen.

Im Hinblick auf das Thema E-Mobilität wolle man bis 2018 40 neue E-Tankstellen und sieben Schnellladestationen errichten. Mit fünf Gemeinden gebe es Carsharing-Modelle für E-Fahrzeuge. Man hoffe, das Projekt im größeren Umfeld fortsetzen zu können, meinte Gerbavsits.

Zu den bisher drei Bürgerbeteiligungsmodellen im Bereich Windkraft sollen kommendes Jahr zwei weitere hinzukommen, erläuterte der Vorstandssprecher: "Wir schauen uns gerade an, ob auch im Fotovoltaikbereich so etwas zustande kommen kann."

Was die Aufarbeitung der BEGAS-Affäre betrifft, laufen noch Zivilprozesse. "Wir gehen davon aus, dass es im nächsten Jahr weitere Strafprozesse geben wird gegen einige Personen", sagte Gerbavsits. Für das Unternehmen sei es wichtig, den Schaden zurückzuholen. Bisher seien mehr als 6,2 Mio. Euro an die Energie Burgenland rückgezahlt worden. Man wolle auch die hohen Anwaltskosten, die durch die zwei aktienrechtlichen Sonderprüfungen der BEGAS und durch Verfahrenskosten entstanden seien, einklagen und soweit wie möglich zurückbekommen.

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