Erstellt am 27. Juli 2012, 13:28

Geschäftslage der Werber stabil. Österreichs Werbebranche ist von der gedämpften Konjunktur weniger betroffen als andere Wirtschaftsbereiche. Dazu wurde am Freitag der neueste Werbeklimaindex präsentiert, der eine "zuversichtliche Stimmung" in der Branche zeige.

Bezüglich der Werbeabgabe wird bis Herbst ein Forderungskatalog zu dieser "wettbewerbsverzerrenden Abgabe" erarbeitet, die es nur in Österreich gibt.

Die Erwartungen der Kreativwirtschaft "liegen weit über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre", erklärte Gerhard Schwarz vom Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), das den Werbeklimaindex - durchgeführt unter 358 Firmen mit 4.244 Mitarbeitern - erstellte. Die Nachfrage im Bereich Werbung habe sich im 2. Quartal 2012 gut entwickelt. Ein Drittel der Unternehmen berichteten über einen Anstieg, elf Prozent über eine rückläufige Nachfrage.

Der "gegenwärtige Konjunkturabschwung" lasse die Werbewirtschaft noch unbeeindruckt. Fürs 3. Quartal rechneten 29 Prozent der Unternehmen mit steigender Nachfrage, 27 Prozent mit einer verbesserten Geschäftslage - im Gegensatz zu jenen sieben bzw. acht Prozent die eine sinkende Nachfrage bzw. sinkende Geschäftslage erwarteten. Auch die Auftragslage ist derzeit ausreichend.

Das Finden von bestqualifiziertem Personal sei jedoch schwierig. Fünf Prozent der Firmen haben überhaupt einen Mangel an Arbeitskräften. Der Index zeigt ebenso, dass zehn Prozent der Unternehmen unter Finanzierungsproblemen bzw. unter einer Kreditklemme leiden.

"Natürlich" sei man auch für die Abschaffung der Werbeabgabe. Diese sei für die heimische Kreativwirtschaft ein "massiver Wettbewerbsnachteil" - die Veröffentlichungskosten der Werbung (außer im Internet) sind mit fünf Prozent zu versteuern; 2011 flossen insgesamt rund 111 Mio. Euro an Werbesteuern. Deshalb wird dazu ein Forderungskatalog erarbeitet, der auch der Politik übergeben werden soll.

Der gesamte Umsatz der Werber belief sich anno 2010 in Österreich auf 4,97 Mrd. Euro. Man könne davon ausgehen, dass der Wert 2011 ziemlich ähnlich ausfiel, wie es hieß.