Erstellt am 03. September 2012, 14:41

Getreideimport nach Österreich explodiert. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Getreideimport nach Österreich verachtfacht. Waren es 2001/2002 nur 154.000 Tonnen, die eingeführt wurden, waren es 2011/2012 rund 1,29 Millionen Tonnen. Im gleichen Zeitraum ist hingegen der Export vergleichsweise gering gestiegen - von 831.000 auf 1,32 Millionen Tonnen.

Wobei Österreich in erster Linie hochwertige Ware exportiert, während - hauptsächlich aus osteuropäischen Staaten - Billigweizen für die Industrie importiert wird, geht aus der "Biotreibstoffe"-Fibel des Biomasseverbandes hervor. "Österreich ist im Begriff, sich von einem Getreidenettoexporteur zum Getreidenettoimporteur zu entwickeln", so das Fazit von Christian Gessl von der Agrarmarkt Austria (AMA).

Auffällig ist auch, dass der Industrieverbrauch (Stärke, Agrotriebstoffe, etc.) innerhalb von zehn Jahren deutlich zugenommen hat - während die verbrauchte Menge für Ernährung und Verfütterung nur leicht anstieg. Von den verbrauchten 5,34 Mio. Tonnen in Österreich gehen 2,95 Millionen Tonnen in Tiermägen, 704.000 Tonnen direkt in die Ernährung und 972.000 Tonnen in die Industrieproduktion. Im Herbst will Landwirtschafts- und Umweltminister Berlakovich den Anteil von Ackerfrüchten am Benzin von derzeit gut fünf auf dann zehn Prozent anheben. Eine Konkurrenz zwischen Teller, Trog und Tank gebe es nicht, versichert der Minister.