Erstellt am 03. August 2011, 14:23

Gewerkschaft protestierte vor Wiener Lugner City. Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit machte am Mittwochvormittag die GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) ihrem Ärger über die Pläne von Österreichs bekanntestem Baumeister und Einkaufszentrums-Betreiber Richard Lugner in Sachen Öffnungszeiten-Liberalisierung Luft. Rund 45 Arbeitnehmervertreter waren ausgerückt, um gegen die Pläne zu protestieren.

Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit machte am Mittwochvormittag die GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) ihrem Ärger über die Pläne von Österreichs bekanntestem Baumeister und Einkaufszentrums-Betreiber Richard Lugner in Sachen Öffnungszeiten-Liberalisierung Luft. Rund 45 Arbeitnehmervertreter waren ausgerückt, um gegen die Pläne zu protestieren.

Der Protest richtete sich gegen die Liberalisierung bzw. Ausdehnung der Ladenöffnungszeit, außerdem informierten die Gewerkschaftsmitglieder über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Vor allem die Wochenend-Dienste sind ihnen ein Dorn im Auge: "Handelsangestellte HABEN RECHTE - Auch in der Lugner City!" war auf zahlreichen Schildern zu lesen. An sich stand im Zentrum der Aktion, die Kunden zu informieren - doch diese ließen sich an diesem sommerlich-warmen Morgen nur sehr vereinzelt im Shopping-Tempel blicken.

Der stellvertretende GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Proyer erläuterte im APA-Gespräch die Hintergründe der Aktion, zu der zahlreiche Medienvertreter erschienen waren: Man habe sich - erstmals - direkt an die Konsumenten gewandt, um ihnen die Situation der Arbeitnehmer nahezubringen: "Die meisten sind interessiert an unseren Informationen - und zum Teil überrascht." Einzelheiten wie die Tatsache, dass laut Gesetz Handelsangestellte jeden zweiten Samstag frei haben müssten und dies offensichtlich nicht immer eingehalten werde, scheine bis dato nur wenigen Menschen bewusst.

Gerade im Handel sei "die Herde der schwarzen Schafe ein bisschen größer", so der Gewerkschafter weiter. Gesetze und kollektivvertragliche Regelungen würden oft nicht beachtet. Weitere großflächige Informationsinitiativen im Umfeld der Lugner City seien geplant, kündigte er an.

Der Angesprochene sieht dies naturgemäß anders. Richard Lugner verwies auf APA-Nachfrage darauf, dass niemand am Wochenende eingesetzt werden soll, der nicht kann oder möchte: "Die Alleinerzieherin muss natürlich nicht - viele andere begrüßen allerdings eine derartige Gelegenheit." Immerhin gebe es einen Zuschlag von 100 Prozent und einen freien Tag.