Erstellt am 29. April 2013, 13:45

Gewerkschaft will kürzere Eisenbahner-Arbeitszeit. Die Gewerkschaft vida drängt auf Arbeitszeitverkürzung bei den Eisenbahnern.

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Vorjahr sei mit der Wirtschaftskammer vereinbart worden, Gespräche über kürzere Arbeitszeiten aufzunehmen, sagte der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, Roman Hebenstreit, am Montag in Wien. Dass der WK-Fachverband Schienenbahnen nun nicht einmal darüber reden wolle, sei "ein glatter Bruch der Verinbarungen". Die Gewerkschaft will bei einer österreichweiten Betriebsrätekonferenz am 7. Mai in Wien die weiteren Schritte beschließen.

Der Verkehrssektor habe gegenüber anderen Branchen eindeutig Aufholbedarf betreffend Arbeitszeitverkürzung: Derzeit gelten bei den Eisenbahnern 40 Stunden Wochenarbeitszeit, die Gewerkschaft strebt 38,5 Stunden Wochenarbeitszeit mit vollem Lohnausgleich an. Die von Arbeitgeberseite oft geforderte Flexibilisierung der Arbeitszeit sei bei den Eisenbahnern schon erfolgt: So könne die Normalarbeitszeit bis zu 15 Stunden täglich betragen.

Gerade angesichts gedämpfter Konjunkturaussichten und steigender Arbeitslosigkeit sei Arbeitszeitverkürzung ein wichtiges Instrument, um die Beschäftigten zu halten und neue Jobs zu schaffen. Durch den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen beim Marktführer ÖBB steige das Pensionsantrittsalter, die Eisenbahner bleiben immer länger im Job. Die kürzere Arbeitszeit verringere die Belastung und könne Menschen länger gesund am Arbeitsplatz halten.

Die Verkürzung der Arbeitszeit wurde bereits im Vorjahr als Option statt einer Gehaltserhöhung ab 1. Juli 2013 zwischen Gewerkschaft und Wirtschaftskammer vereinbart. Durch die nunmehrige Blockadehaltung der Wirtschaftskammer - nach zwei "Sondierungsrunden" habe der Fachverband die Gespräche abgebrochen - werde jetzt die Zeit knapp, empört sich Hebenstreit.