Erstellt am 06. Juni 2011, 08:36

Gewinnprognose der Airlines nach unten korrigiert. Der Dachverband der Fluggesellschaften IATA hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert. Statt der noch im März erwartete 8,6 Mrd. Dollar (5,94 Mrd. Euro) rechnet der Verband jetzt nur noch mit vier Milliarden Dollar Gewinn.

Der Dachverband der Fluggesellschaften IATA hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert. Statt der noch im März erwartete 8,6 Mrd. Dollar (5,94 Mrd. Euro) rechnet der Verband jetzt nur noch mit vier Milliarden Dollar Gewinn. Das sagte der scheidende IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani am Montag zum Auftakt der Jahrestagung des Verbandes in Singapur.

Der Grund: das Erdbeben und der Tsunami in Japan, die politischen Unruhen im Nahen Osten und in Nordafrika und die hohen Ölpreise. Das vergangene Jahr war dagegen noch erfolgreicher als bisher gedacht: Der Gewinn lag mit 18 Mrd. Dollar 2 Mrd. höher als bisher geschätzt. In der IATA sind 230 Fluggesellschaften organisiert, die nach Angaben des Verbandes zusammen 93 Prozent des globalen Flugverkehrs abwickeln. An der zweitägigen Tagung nehmen rund 700 Vertreter der Fluggesellschaften teil.

An der Europäischen Union hat der Weltluftfahrtverband IATA scharfe Kritik geübt: Der Alleingang in Sachen Emissionshandel, in den die Luftfahrtindustrie ab 1. Jänner nächsten Jahres einbezogen werden soll, sei eine Schande, sagte Bisignani. "Nehmt den Klimawandel ernst, aber seid auch ehrlich und entwickelt eine globale Lösung dafür", meinte er am Montag zum Auftakt der Jahrestagung des Verbandes. "Wir müssen basta zu Europa sagen", sagte der Italiener - zu deutsch: "Es reicht!".

Die EU hat beschlossen, einseitig ab kommenden Jänner Klimaschutzauflagen für Fluggesellschaften durchsetzen. Die Kohlendioxid-Emissionen der Luftfahrt werden dann gedeckelt und die Fluggesellschaften - auch ausländische - müssen Verschmutzungszertifikate kaufen. Allein die Lufthansa rechnet pro Jahr mit Kosten zwischen 150 und 350 Mio. Euro.

Die europäische Airlines sehen darin eine Wettbewerbsverzerrung, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz. China habe etwa Vergeltungsmaßnahmen angekündigt - das könne europäische Airlines durch Strafzahlungen aber auch in Form von Einschränkungen der Start-und Lande oder Überflugrechte treffen. "Der Klimawandel ist ein globales Problem und das braucht globale Lösungen", sagte Franz.