Erstellt am 12. November 2011, 10:58

Gorbach seit 2007 auf Payroll bei Kapsch. Der frühere Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach erhält seit 2007 ein Beraterhonorar des Elektronikkonzerns Kapsch.

Dies habe eine Unternehmenssprecherin dem Magazin bestätigt. Gorbachs Honorar sei "marktüblich", so die Sprecherin, "Umfang und Aufgabenstellung sind sehr überschaubar."

Aufträge müsse er für sein Honorar nicht vermitteln: "Das ist nicht direkt Vertragsgegenstand". Gorbach habe dazu nicht Stellung nehmen wollen. Gorbach habe in seiner Zeit als Minister eng mit dem Unternehmen zusammengearbeitet, Kapsch habe beträchtliche Aufträge von der Gorbach damals zugeordneten ÖBB bekommen, so das "profil" in einer Vorabmeldung.

Im August war bekannt geworden, dass Gorbach nach dem Ausscheiden aus der Politik von der Telekom Austria 264.000 Euro für die Bezahlung seiner Sekretärin bezogen hatte. Laut Aussagen des Ex-Telekom-Managers Gernot Schieszler soll die Telekom über den Lobbyisten Peter Hochegger das Geld an Gorbachs Sekretärin gezahlt haben. Gegenleistung soll eine für die Telekom lukrative Novelle der Universaldienstverordnung zu Ende von Gorbachs Amtszeit gewesen sein. Gorbach weist alle Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung.

Gorbach war ab Februar 2003 Infrastruktur- bzw. Verkehrsminister, ab Oktober 2003 bis Jänner 2007 auch Vizekanzler der Regierung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Gemeinsam mit Jörg Haider und dem damaligen Freiheitlichen Regierungsteam verließ er im April 2005 die FPÖ und gründete das BZÖ, dessen erster geschäftsführender Obmann er wurde. Als Konsequenz aus der Telekom-Affäre wurde Gorbach im August 2011 aus dem BZÖ ausgeschlossen.