Erstellt am 18. Oktober 2012, 08:13

GPA fordert Lohnerhöhung für Handel. Kommenden Mittwoch (24. Oktober) beginnt das Feilschen um einen neuen Kollektivvertrag (KV) für über eine halbe Million Angestellte im österreichischen Handel. Kein KV umfasst mehr Beschäftigte, keiner mehr Frauen.

Gemeinhin gelte der Handelsberuf aufgrund niedriger Bezahlung und ungünstiger Arbeitszeiten als unattraktiv, kritisierten Gewerkschaftsvertreter im Vorfeld der KV-Runde.

Die Zeiten, in denen der Handel eine "Niedriglohnbranche" ist, müssten endlich vorbei sein, so die Gewerkschafter. Das Brutto-Durchschnittsgehalt für Vollzeitbeschäftigte sei monatlich um rund 380 Euro niedriger als das Durchschnittsgehalt von Angestellten anderer Branchen, zitierten die Arbeitnehmervertreter aus einer IFES-Umfrage. Hauptaugenmerk der diesjährigen Verhandlungen sei es, diesen Unterschied kleiner zu machen, sagte Arbeitnehmer-Chefverhandler Franz Georg Brantner.

Als Basis für die Gehaltserhöhung wird eine Inflationsrate von 2,6 oder 2,7 Prozent herangezogen. "Damit den Menschen netto real etwas bleibt, muss die Erhöhung zumindest um 1 Prozentpunkt über der Inflationsrate liegen", sagte GPA-Vizechef Karl Proyer. Es sei aber "völlig klar, dass es Richtung 1.400 Euro geht". Derzeit beträgt das Mindestgehalt im Handel 1.350 Euro brutto für Vollzeitkräfte.

Ein weiteres zentrales Anliegen der Gewerkschaft ist die 6. Urlaubswoche, die Beschäftigte derzeit nur dann bekommen, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Aus Vordienstzeiten sowie Schul- und Studienzeiten werden bisher maximal 12 Jahre angerechnet. Im Schnitt blieben Beschäftigte nur zwei bis fünf Jahre bei einem Arbeitgeber, "da erleben sie die sechste Urlaubswoche nie", meinte Brantner. Im öffentlichen Dienst beispielsweise bekomme jeder ab 43 Jahren automatisch eine Woche Urlaub dazu.