Erstellt am 13. November 2011, 12:44

Grasser-Anwalt weist Korruptionsvorwürfe zurück. Manfred Ainedter, der Anwalt von Ex-Finanzminister Grasser, hat heute alle Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurückgewiesen.

An dem durch Zeugenaussagen und einen Aktenvermerk erhärteten Korruptionsverdacht beim Linzer Terminal Tower sei überhaupt nichts dran, unterstrich Ainedter Sonntagvormittag..

Grasser sei von den Ermittlern zu dem Thema nur einmal vor etwa einem Jahr befragt worden. Sein Mandant habe alle Konten offengelegt und nie irgendein Bestechungsgeld bekommen, betont der Anwalt.

Das Finanzministerium habe über die Einmietung in den vom Baukonzern Porr errichteten Büroturm monatelang auf Beamtenebene verhandelt, bis es zum Vertragsabschluss gekommen sei. Dabei habe das Finanzministerium einen viel günstigeren Mietpreis erreicht als etwa die ebenfalls dort eingemietete Pensionsversicherungsanstalt, die einen höheren Zins zahle, erläuterte Ainedter.

Den vom "Kurier" veröffentlichten Aktenvermerk der Porr, wo von einer teureren Mietvariante verbunden mit 700.000 Euro einmaliger Zahlung an die Finanz die Rede sei, kenne er aus dem Akt. Sein Mandant habe damit aber nichts zu tun.

Auch beim Finanzamt habe Grasser nichts beeinflusst, betont Ainedter. Das Nachrichtenmagazin "profil" hatte berichtet, dass bei der Übersiedlung des Ehepaars Grassers von Tirol nach Wien das Finanzamt Wien 1/23 anhängige Steuerprüfungen eingestellt habe. Die zuständige Finanzbeamtin habe jedenfalls keinerlei Grund gehabt, Grasser irgendwie zu bevorzugen, so der Anwalt.

Sie habe zwar zeitgleich mit Grasser in Klagenfurt studiert, aber die beiden hätten sich nicht gekannt. Im Gegenteil, Grasser habe sie einmal nicht befördert. Aus der Finanzverwaltung hieß es gestern dazu, die Beamtin sei suspendiert. Gegen Grasser laufe ein Finanzstrafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Wien.

Ainedter ist empört, dass wieder Details aus den Ermittlungen in den Medien gelandet sind. "Dass das jetzt wieder aufgekocht wird, ist offensichtlich nur darauf zurückzuführen, dass man nach über zwei Jahren Ermittlungen ohne greifbares Substrat versucht medial gegen meinen Mandanten loszugehen, um weiter die öffentliche Meinung zu beeinflussen", so der Anwalt. Der Verdacht auf ein Leck in den Ermittlungsbehörden und Amtsmissbrauch dränge sich auf.