Erstellt am 09. Februar 2012, 14:14

Grasser wegen weiterer Telekom-Zahlungen im Visier. Kaum ein Tag vergeht ohne Enthüllungen rund um den ehemaligen Finanzminister Grasser. Wie "Format" berichtete, wird der Beinahe-Vizekanzler der Republik wegen einer weiteren Facette rund um die Korruptionsfälle bei der teilstaatlichen Telekom Austria als Beschuldigter geführt.

Laut "Format" soll die Telekom Grasser während seiner Amtszeit in den Jahren 2005/2006 Meinungsumfragen bezahlt haben.

Die letzte Umfrage wurde dem Bericht zu Folge gegen Ende der schwarz-orangen Regierung unter Schüssel und kurz vor der Angelobung der rot-schwarzen Regierung unter Gusenbauer durchgeführt.

Und auch in einem anderen Punkt gibt es Bewegung im Korruptionsskandal. "Die Staatsanwaltschaft Wien fordert die Auslieferung des ÖVP-Bundesrates und Alcatel-Generaldirektors Harald Himmer. Alcatel hat unter Himmer 719.970 Euro an Mensdorff-Pouilly überwiesen. Kronzeuge Gernot Schieszler belastet Himmer schwer" so der Grüne-U-Ausschuss-Fraktionsführer Pilz am Donnerstag. Sowohl Himmer als auch Mensdorff-Pouilly haben stets alle Vorwürfe zurückgewiesen, für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Pilz nimmt Bezug auf mögliche Schmiergeldzahlungen rund um die Vergabe des Behördenfunkes "Tetron". "Es gibt Hinweise, dass in diesem Zusammenhang Parteienfinanzierung der ÖVP stattgefunden hat." Pilz verlangt von der Industriellenvereinigung (IV) Offenlegung, wie viel in den letzten zehn Jahren von Alcatel und Telekom gezahlt wurde. "Ebenso soll die ÖVP offenlegen, wie viel sie im selben Zeitraum von der IV erhalten hat", fordert Pilz.