Erstellt am 04. Juni 2011, 22:43

Griechenland könnte weitere 100 Mrd. Euro brauchen. Ein neues Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Griechenland könnte einem Magazinbericht zufolge mehr als hundert Milliarden Euro kosten. Diese Größenordnung hielten Experten des deutschen Finanzministeriums und der sogenannten Troika für möglich, wenn das Euro-Land auch 2013 und 2014 auf fremde Hilfe angewiesen sein sollte, berichtete "Der Spiegel" am Samstag.

Ein neues Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Griechenland könnte einem Magazinbericht zufolge mehr als hundert Milliarden Euro kosten. Diese Größenordnung hielten Experten des deutschen Finanzministeriums und der sogenannten Troika für möglich, wenn das Euro-Land auch 2013 und 2014 auf fremde Hilfe angewiesen sein sollte, berichtete "Der Spiegel" am Samstag.

Ursache für den Kostenschub seien die griechischen Staatsanleihen, für die 2014 eine Anschlussfinanzierung nötig werde. Zuletzt hatte sich bei Griechenland eine Finanzlücke für 2012 und 2013 von 65 Milliarden Euro abgezeichnet. Die Troika setzt sich zusammen aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Das deutsche Finanzministerium wollte sich nicht zu dem "Spiegel"-Bericht äußern. Zunächst müsse der Fortschrittsbericht der Troika zu den griechischen Sparanstrengungen geprüft werden, sagte ein Sprecher. Das seit gut einem Jahr laufende Hilfsprogramm ist bereits 110 Milliarden Euro schwer. Weil Griechenland aber wegen weiter hoher Zinsen nicht wie geplant an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, ist ein zweites Hilfspaket im Gespräch, an dem auch die Banken beteiligt werden sollen.

Bei einem Treffen von Spitzenbeamten aus der Euro-Zone am vergangenen Mittwoch soll der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen dem "Spiegel" zufolge gefordert haben, dass auch private Anleger auf einen Teil ihrer Forderungen an Griechenland verzichten müssten. Dabei habe er allerdings allein gegen die übrigen Vertreter der Euro-Zone gestanden, schrieb das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens. Finanzminster Schäuble habe Asmussen vor dem Treffen ausdrücklich angewiesen, keiner Lösung zuzustimmen, bei der Privatanleger ungeschoren davonkämen, hieß es in dem "Spiegel"-Bericht.