Erstellt am 19. Juni 2011, 06:01

Griechenland-Krisentreffen der Euro-Finanzminister. Die Finanzminister der Euro-Länder beraten am Sonntagabend in Luxemburg auf einem Krisentreffen über Griechenland. Dabei geht es um die Freigabe der nächsten Tranche der internationalen Notkredite über zwölf Mrd. Euro. Zudem soll auf dem zweitägigen Treffen, an dem auch Finanzministerin Fekter teilnimmt, die Arbeit an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland vorangebracht werden.

Die Finanzminister der Euro-Länder beraten am Sonntagabend in Luxemburg auf einem Krisentreffen über Griechenland. Dabei geht es um die Freigabe der nächsten Tranche der internationalen Notkredite über zwölf Mrd. Euro. Zudem soll auf dem zweitägigen Treffen, an dem auch Finanzministerin Fekter teilnimmt, die Arbeit an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland vorangebracht werden.

Die EU-Kommission hatte sich für die Freigabe der 12 Milliarden Euro ausgesprochen, um Druck von der Regierung in Athen zu nehmen. Ursprünglich sollte die Auszahlung an weitere Sparanstrengungen geknüpft werden, die der griechische Ministerpräsident Papandreou angesichts der Massenproteste gegen seinen Sparkurs und des Widerstands auch in der eigenen sozialistischen Pasok-Partei derzeit aber nicht durchsetzen kann. Ohne das Geld wäre Griechenland in etwa einem Monat pleite.

Streitpunkt für das neue Hilfspaket ist die besonders von Deutschland geforderte Beteiligung des Privatsektors. Nach Ansicht von Diplomaten dürfte die Einigung von Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy auf eine freiwillige Beteiligung privater Gläubiger die Verhandlungen vereinfachen. Die deutsche Seite hatte mit dem am Freitag in Berlin vereinbarten Kompromiss von weitreichenden Forderungen einer Beteiligung von Banken und Versicherungen Abstand genommen.

Merkel bekräftigte am Samstag in Berlin, es müsse versucht werden, in den Verhandlungen einen "substanziellen Beitrag" der privaten Geldgeber zusammenzubringen. Die Gläubigerbeteiligung sei nur auf freiwilliger Basis möglich. Für eine verpflichtende Einbindung gebe es keine rechtliche Grundlage. Auf der Tagesordnung am Montag stehen außerdem der künftige Euro-Rettungsfonds sowie Beratungen aller 27 EU-Länder über eine Stärkung der EU-Stabilitätsregeln, um künftige Schuldenkrisen zu vermeiden.