Erstellt am 07. Juni 2011, 13:33

Griechenland soll Staatsbesitz schneller verkaufen. Das von der Pleite bedrohte Griechenland soll sich mit dem schnellen Verkauf von Staatsbesitz am eigenen Schopf aus dem Schuldensumpf ziehen. Die Kreditgeber drängen auf rasche Privatisierungen über ein Verbriefungsmodell.

Damit würde rasch Geld in die klamme Staatskasse fließen: Die Regierung will bis 2015 mindestens 50 Mrd. Euro aus Privatisierungen erlösen.

Das Verbriefungsmodell sieht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" vor, dass eine Treuhandanstalt den Besitz zum Verkauf anbietet. Dafür sollen Wertpapiere aufgelegt und Anlegern zum Kauf angeboten werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) dringt zudem auf einen neuen Reformschub. Griechenland stehe nun am Scheideweg: "Jetzt ist nicht die Zeit um nachzulassen", warnte IWF-Vertreter Bob Traa. Wenn die Regierung in Athen das Reformprogramm vollständig umsetze, würden IWF und EU das Land weiter unterstützen.

Im Mai 2010 war Griechenland mit einem 110 Mrd. Euro schweren Hilfspaket vor der Pleite bewahrt worden. Weil das Land nicht wie geplant 2012 an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, arbeitet die Euro-Zone unter Hochdruck an einem zweiten Rettungspaket. Daran sollen erstmals auch die privaten Gläubiger auf freiwilliger Basis beteiligt werden. Die Euro-Finanzminister sollen das Paket am 20. Juni schnüren.

Einem Medienbericht zufolge wackelt der Zeitplan jedoch. Es gebe derart viele ungelöste Probleme, dass die Finanzminister das neue Paket voraussichtlich nicht rechtzeitig beschließen könnten, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen EU-Diplomaten. Die Ende Juni anstehende Kredittranche für Griechenland werde jedoch auch dann ausbezahlt, wenn das neue Hilfspaket bis dahin noch nicht stehe.