Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Große Angst vor 1. Mai. BAUGEWERBE / Durch geringere Lohnnebenkosten wird es Baufirmen aus Nachbarländern möglich sein, günstiger anzubieten.

VON DORIS SEEBACHER

Während die Wirtschaftskammer Burgenland immer wieder beruhigt, dass es ab dem 1. Mai zu keinerlei Problemen kommen wird, stehen die heimischen Bauunternehmen diesem Datum eher skeptisch gegenüber.

Innungsmeisterin Maria Epple dazu: „Es droht ein beinharter Verdrängungswettbewerb für die Zeit nach der Arbeitsmarktöffnung“. Denn, auch wenn ausländische Firmen das neue Gesetz gegen Lohndumping einhalten, so hätten sie laut Epple trotzdem einen enormen Wettbewerbsvorteil. „Auch wenn sich diese Unternehmen an die Entlohnung nach dem Kollektivvertrag halten – die Lohnnebenkosten in Ungarn oder in der Slowakei sind noch immer um einiges niedriger als hier bei uns“, so die Baumeisterin aus Stoob. Und deshalb hätten diese Firmen auch enormen Wettbewerbsvorteil.

Wie es der Bauwirtschaft jetzt gehe? „2009 und 2010 waren überraschend gut, weil viele Überhänge da waren.“ Trotzdem befürchtet sie, dass es in Zukunft eher ruhiger weitergehen wird. „Denn die Konjunktur am Bau ist bei Weitem nicht so rasch im Anspringen wie in der Industrie“, so Epple abschließend.

Wirtschaftskammer: Wir  sind gut vorbereitet“

„Dass sich die Rahmenbedingungen per 1. Mai ändern, wissen wir ja nicht erst seit heute. Wir haben uns auf die neue Situation bestens vorbereitet. Als Wirtschaftskammer ist es uns wichtig, dass es nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung kommt, sondern dass die Standards entsprechend eingehalten werden. „Diverse Studien zeigen, dass es nicht zu einem Ansturm an ausländischen Arbeitskräften kommt“, beruhigt auch Wirtschaftsreferent Franz Steindl.