Erstellt am 11. April 2012, 10:50

Große Unterschiede bei privater Unfallversicherung. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben bei Analyse von Angeboten für private Unfallversicherungen erhebliche Unterschiede bei den Jahresprämien festgestellt.

Sie raten deshalb vor Vertragsabschluss zu Vergleichen und ausführlicher Beratung, wie sie in einer Presseaussendung am Mittwoch mitteilten.

Die Konsumentenschützer empfehlen private Unfallversicherungen. Denn ein Großteil der Unfälle mit Invaliditätsfolgen ereigne sich in den Bereichen Heim, Freizeit, Sport und Verkehr. Die gesetzliche Unfallversicherung leiste aber nicht für Freizeitunfälle.

Die Jahresprämien schwankten beim Vergleich von zwölf Angeboten zwischen 581 und 995 Euro, so die Arbeiterkammer. Vorgegeben war eine Unfallversicherung für eine Familie mit zwei Kindern. Die Eltern sind Angestellte. Die Kapitalleistung sollte ab einem Prozent Invalidität erfolgen, die Grundversicherung 100.000 Euro betragen. Bei unfallbedingter Vollinvalidität sollte die Leistung zumindest 400.000 Euro betragen sowie zusätzlich eine monatliche Rente von 800 Euro bei schwerer Invalidität. Zudem sollten Bergungs- sowie Begräbniskosten bei Unfalltod gedeckt sein.

Gerade bei der Absicherung von Invalidität nach einem Unfall stellten die Konsumentenschützer große Unterschiede fest. So betrugen die Kapitalleistungen beispielsweise bei Verlust des Gehörs eines Ohres zwischen 15.000 und 85.000 Euro, bei Verlust eines Beines zwischen 135.000 und 320.000 Euro. Rentenzahlungen erfolgen meist ab 50 Prozent Behinderung, bei manchen Anbietern aber auch schon ab 26 Prozent. Die Leistungstabellen und Beispielsrechnungen der Versicherungen würden hier eine gewisse Hilfestellung bieten und sollten deshalb vor Vertragsabschluss unbedingt angesehen werden.

Familienpakete hätten sich als günstiger als Einzelverträge für jedes Familienmitglied erwiesen. Zu klären sei, bis zu welchem Alter die Kinder mitversichert seien. Zudem seien der Versicherung Risikoänderungen etwa durch Berufswechsel oder Aufnahme besonders gefährlicher Freizeitaktivitäten bekanntzugeben, sonst könne es zu Leistungskürzungen oder gar -entfall kommen, raten die Konsumentenschützer.