Erstellt am 21. Juni 2012, 11:48

Gutachten zu Telekom-Kursmanipulation liegt vor. In der Causa Telekom Austria liegt nun das erste Strafgutachten zur Kursmanipulation im Jahr 2004 vor. Der Sachverständige Matthias Kopetzky prüfte diverse Geldflüsse.

Kopetzky kam dabei zu dem Schluss, dass Lobbyist Peter Hochegger bzw. dessen Firma Valora laut dem bisherigen Tenor der Einvernahmen "als Bereitsteller respektive Verwalter eines 'Geldtopfes' für die Telekom agiert haben". Außerdem geht aus dem Gutachten laut Zeitung hervor, dass im Zuge der Bargeldübernahmen an den Broker Johann Wanovits auch Kickback-Zahlungen an einen Telekom-Manager und Gernot Schieszler geflossen sein sollen.

Im Februar 2004 hatte ein Kurssprung der Telekom-Aktie in sprichwörtlich letzter Sekunde knapp 100 Telekom-Managern einen Geldregen von über 9 Mio. Euro beschert. Zu verdanken hatten sie dies einem Bonusprogramm, wonach der Kurs an einem Stichtag einen bestimmten Wert erreichen musste. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Hocheggers Valora als Gelddrehscheibe zwischen Telekom-Managern und Euro-Invest-Banker Wanovits - er soll die Kursmanipulation durchgeführt haben - fungiert hat und gab dazu ein Gutachten in Auftrag.

Laut der nun vorliegenden Expertise soll der Verdacht objektiviert sein, dass "die Euro Invest Bank in der Schlussauktion vom 26. Februar 2004 in erheblicher Orderzahl Telekom-Aktien in zeitlich unmittelbar aufeinanderfolgende Tranchen aufkaufte". Dadurch habe sich der Kurs auf das erforderliche Niveau erhöht, wodurch am 27. Februar das Geld aus dem Stock-Options-Programm floss.

"Folgt man den Angaben der involvierten Beschuldigten", heißt es in dem Gutachten laut Zeitung weiter, solle für den Ankauf durch Euro Invest eine Risikoprämie im Ausmaß von 1 bis 1,5 Mio. Euro an Wanovits vereinbart gewesen sein. Ein Teil dieser Summe soll via Telekom-Manager in bar geflossen sein, gehe aus den Einvernahmen hervor.