Erstellt am 14. August 2013, 14:21

Haberleitner will dayli-Filialen wieder aufsperren. Ex-Daily-Eigentümer Haberleitner lässt nicht locker. Am Mittwochnachmittag will er dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner einen Asset Deal vorschlagen.

"Ich will alle 885 Filialen wieder aufsperren", sagte Mitterlehner. Was nicht so einfach sein dürfte: Derzeit sind noch 552 Filialen angemietet, der Großteil der Mietverträge der geschlossenen Niederlassungen wurde bereits gekündigt.

Plötzliche Finanzkraft: "Haben das Geld zur Hand"

Fraglich ist auch, woher Haberleitner plötzlich das Geld für die Übernahme der Pleitefirma hat. "Wir haben das Geld zur Hand, das wir brauchen", versichert jedenfalls Haberleitner. Dies sorgt wiederum im Umfeld des aktuellen dayli-Eigentümers Martin Zieger hörbar für Heiterkeit. "Mit welchem Geld, er hat bis heute keines gehabt", so ein Vertrauter von Zieger.

Haberleitner besteht weiterhin darauf, dass die Anmeldung der Insolvenz - trotz ausstehender Gehälter und Liefersperren - nicht notwendig gewesen wäre.

"Das Juni-Gehalt und das Urlaubsgeld hätten fünf Mio. Euro gekostet und wir hatten zehn Millionen am Konto", rechnete er vor. Ausgezahlt sei es nur deswegen nicht geworden, weil ihm seine Berater abgeraten hätten. Auch hätte es mit der Hälfte der Lieferanten bereits eine Einigung über einen langfristigen Lieferantenkredit gegeben.

Haberleitner hat wieder großes vor

Der Ex-Eigentümer beharrt auch weiter darauf, dass Zieger nicht der Eigentümer ist, sondern die Anteile nur treuhändisch hält. Replik aus dem Umfeld von Zieger: "Es gibt keinen Treuhandvertrag. Was es gibt ist eine notariell beglaubigte Übertragung der Firma an Zieger. Auf dieser Basis wurde Zieger auch als Eigentümer ins Firmenbuch eingetragen."

Masseverwalter Mitterlehner hatte am Dienstag schon erklärt, für ihn ist Zieger der Eigentümer. Haberleitner hat nach Eigenangaben auf Rückgabe seiner Anteile geklagt, laut Unternehmenskreisen ist die Klage bei dayli aber noch nicht eingelangt.

Haberleitner hat jedenfalls wieder großes vor - falls er von Mitterlehner dayli aus der Pleite herauskaufen kann. "Ich habe ein Partnerkonzept für die Nahversorgung", so der Ex-Eigentümer. Und er bastelt wieder an neuen Öffnungszeiten. Diesmal will er die Filialen unterschiedlich geöffnet halten, z. B. in schlechten Lagen nur ein paar Stunden.

Die Mitarbeiter der Italien-Tochter von dayli bangen indessen um ihre Zukunft. 1.022 Personen sind auf Kurzarbeit mit derzeit null Stunden Arbeitszeit. 300 der Shops von dayli Italia sind geschlossen. Das italienische Unternehmen weist gegenüber Lieferanten Schulden in Höhe von 11 Mio. Euro aus. Das Personal hofft, dass die italienischen Filialen übernehmen übernommen werden.