Erstellt am 04. Mai 2012, 11:35

Hameseder beerbt Konrad als Raiffeisen-Obmann. Machtwechsel im niederösterreichischen Raiffeisen-Reich: Nach 22 Jahren an der Spitze zieht sich der mächtige Raiffeisen-Boss Christian Konrad (68) vor Ablauf der Funktionsperiode zurück.

Jährlich zwei bis drei Fusionen von Raiffeisenbanken in NÖ erwartet Erwin Hameseder.MARSCHIK  |  NOEN

Am Freitag wurde Erwin Hameseder (55) von der Generalversammlung - laut Raiffeisen in geheimer Abstimmung - mit 98,9 Prozent der Stimmen als neuer Obmann der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien gewählt.

Die Weichen für die Wachablöse waren bereits Mitte April von Vorstand und Aufsichtsrat gestellt worden. Seine einflussreiche Funktion als Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes wird Konrad hingegen erst Anfang Juli zurücklegen.

Hameseder tritt sein Amt als Obmann mit sofortiger Wirkung an und gibt damit seinen Job als Generaldirektor der Raiffeisen-Holding und Vorstand der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (RLB NÖ-Wien) auf.

"Ich will keine Bocksprünge machen, sondern die kontinuierliche Arbeit fortsetzen", sagte Hameseder nach der Abstimmung. Man stehe aber "vor großen Themen wie Basel III". Der Raiffeisensektor werde deswegen weiter zusammenrücken müssen. "Sehr, sehr zuversichtlich" zeigte sich der neu gewählte Obmann, den Gewinn der Holding heuer wieder deutlich zu steigern. Nach internationalem Bilanzstandard IFRS ging der Nettogewinn 2011 massiv von 284 auf 107,9 Mio. Euro zurück. Grund waren die Minderergebnisse aus der Banksparte, und hier unter anderem die Bankensteuern und Ungarn-Abschreibungen, aber auch Sondereffekte wie Kartellbußen.

Als Hameseder-Nachfolger rückt der bisherigen Chef des Lagerhauskonzerns Raiffeisen Ware Austria (RWA), Klaus Buchleitner (48) nach. Er wird ab 1. Juni neuer Chef der RLB NÖ-Wien und außerdem Holding-Generaldirektor. Sowohl die Raiffeisenlandesbank als auch die Holding hielten heute im Messezentrum Wien ihre nicht medienöffentlichen Jahresversammlungen ab.

Hameseder soll außerdem neuer Präsident des Aufsichtsrates der Raiffeisen Zentralbank (RZB) werden. Zudem erhält er einen Sitz im um zwei Personen aufgestockten Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Konrad bleibt aber nach der Generalversammlung weiterhin Vorsitzender des Aufsichtsrates.