Erstellt am 13. Oktober 2011, 10:47

Handel fürchtet Rückgänge beim Konsum. Die österreichischen Handelsbetriebe, die demnächst in die Lohnverhandlungen eintreten, warnen vor den Folgen der sich zusehends eintrübenden Konjunktur. "Im Juli, August und September hat die Welt für uns schon ganz anders ausgesehen als in der ersten Jahreshälfte", sagte Fritz Aichinger, Obmann der Bundessparte Handel, am Mittwochabend.

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Er zweifle, ob das heurige Jahresziel, eine "schwarze Null", erreicht werden könne "und für nächstes Jahr müssen wir uns warm anziehen", so Aichinger. Die KV-Verhandlungen für die rund 450.000 Beschäftigten beginnen am nächsten Mittwoch mit der Übergabe der Forderungen durch die Gewerkschaft. Die Ausgangsforderung der Arbeitnehmer ist noch nicht bekannt. Die Gewerkschaft wünscht sich dem Vernehmen nach Verhandlungen über Möglichkeiten, wie man den beträchtlichen Gehaltsrückstand von Frauen verringern kann - beispielsweise über die Anrechnung von Karenzjahren als geleistete Berufsjahre.

Nach Meinung der Wirtschaftskammer kann das Thema "nicht auf KV-Ebene gelöst werden", die Ungleichheiten entstünden auch nicht aus dem geltenden Kollektivvertrag. Sonderregelungen für Beschäftigtengruppen könnten "teilweise sogar kontraproduktiv sein". Etwa 60 Prozent der Handelsangestellten sind Frauen. Stattdessen wollen die Arbeitgeber lieber über die Vereinheitlichung der Zuschläge für Überstunden und Mehrarbeit reden.

Eigentliches Thema des Pressegesprächs am Mittwoch war die wirtschaftliche Lage der Betriebe, die sich nach dem Krisen-Tiefpunkt im Jahr 2008/09 ein wenig verbessert hat, wie Rene Tritscher, Geschäftsführer der Bundessparte Handel, sagte. "Das Niveau von 2005/06 ist aber noch nicht erreicht worden." Grund für die Verbesserung seien die in diesem Jahr besonders niedrigeren Zinsen.