Erstellt am 16. August 2011, 15:36

Handel gerät stärker ins Visier der Gewerkschaft. Der Handel gerät stärker ins Visier der Gewerkschaft. Seit Bekanntwerden eines OGH-Urteils vergangenen Freitag, wonach eine burgenländische Kassierin von ihrem Arbeitgeber in der falschen Verwendungsgruppe eingestuft wurde und deshalb zu wenig Geld bekommen hat, stehen die Telefone der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) nach deren Angaben nicht mehr still.

Der Handel gerät stärker ins Visier der Gewerkschaft. Seit Bekanntwerden eines OGH-Urteils vergangenen Freitag, wonach eine burgenländische Kassierin von ihrem Arbeitgeber in der falschen Verwendungsgruppe eingestuft wurde und deshalb zu wenig Geld bekommen hat, stehen die Telefone der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) nach deren Angaben nicht mehr still.

"Auch wenn einige Handelskonzerne immer wieder betonen, dass KassierInnen bei ihnen richtig eingestuft wären: Viele betroffene Angestellte, die sich bei uns melden, bestätigen leider genau das Gegenteil. Es herrscht wirklich großer Handlungsbedarf", so GPA-Vize Karl Proyer am Dienstag in einer Aussendung. Der Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass Ladenkassierinnen und -kassiere an Scannerkassen in die Beschäftigungsgruppe 3 des Handelskollektivvertrags einzustufen sind. Die betroffene Kassierin aus dem Burgenland wurde aber in der Verwendungsgruppe 2 eingestuft.

Die Gewerkschaft rät allen Betroffenen, Gehalt und Dienstzettel zu überprüfen und bei Ungereimtheiten den Betriebsrat oder eine der Regionalgeschäftsstellen der GPA-djp zu kontaktieren. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage lohne sich dies vermutlich besonders für das Kassierpersonal beim Möbelhändler Kika, so die Gewerkschaft. Kika hat bereits am Freitag angekündigt, die Konsequenzen des Richterspruchs zu prüfen. Außerdem hat die Gewerkschaft unter anderem auch die Bauhandelskette bauMax und das Einkaufszentrum SCN im Verdacht, ihr Personal nicht richtig einzustufen.

Im Visier der Gewerkschaft stehen das Shopping Center Nord (SCN) sowie Kika auch in einer anderen Angelegenheit. Sie sollen es mit der sogenannten Schwarz-Weiß-Regelung nicht so genau nehmen. Diese sieht laut Kollektivvertrag vor, dass Handelsangestellte jeden zweiten Samstag frei haben müssen. Seit Juli müssen Betriebe, die sich nicht daran halten, Strafen bezahlen.