Erstellt am 17. November 2011, 15:21

Handels-KV - Gewerkschaft erhöht Druck. In den aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen im Handel hat sich das Klima zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern deutlich abgekühlt.

Die gestrige dritte Runde wurde abgebrochen und wird erst am 29. November fortgesetzt. Um die geforderten 4,2 Prozent Gehaltsplus durchzubringen, erhöhen die Arbeitnehmervertreter nun den Druck.

 

Ab Montag starten sie eine Reihe von Aktionen wie Betriebsversammlungen, Betriebsrätekonferenzen sowie eine Unterschriftenaktion unter Konsumenten, gab die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) am Donnerstag bekannt.

Das Wort Streik will man in der Gewerkschaft noch nicht in den Mund nehmen. "Wir befinden uns noch nicht in einer Kampfphase, sondern Informationsphase", sagte Gewerkschafts-Verhandler Manfred Wolf im Gespräch mit der APA. Man wolle den Arbeitgebern die Chance geben, am 29. ein vernünftiges Angebot vorzulegen. Das Erstangebot der Arbeitgeberseite liegt bei 2,9 Prozent - womit nur die Inflation abgegolten wäre. Geht es nach der Gewerkschaft, sollen alle 520.000 Handelsangestellten ab 1. Jänner 2012 4,2 Prozent mehr bekommen. Eine Staffelung wie in den vergangenen Jahren lehnen die Arbeitnehmer ab. "Aufgrund der hohen Inflation können wir nicht zwischen oben und unten unterscheiden", stellte Wolf klar.

Der Handelsverband etwa, eine Interessensvertretung von mehr als 150 Handelsbetrieben, findet die Forderung der Gewerkschaft "kontraproduktiv", zumal es den Unternehmen sehr unterschiedlich gehe. Der hohe Metaller-Abschluss eigne sich nur bedingt als Referenzwert, da dieser auf den Exporterfolgen der Industrie basiere und der Einzelhandel nicht exportiere, argumentierte Verbands-Generalsekretär Stefan Mumelter. In der Metallindustrie haben sich die Sozialpartner auf ein Plus von im Schnitt 4,2 Prozent geeinigt.