Erstellt am 01. Juni 2012, 17:05

Harte Zeiten für Bord-Personal der AUA. Für die Beschäftigten der Lufthansa und ihrer Töchter sind harte Zeiten angebrochen. Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 18.000 Beschäftigten in der Kabine stehen in Frankfurt kurz vor dem Scheitern.

In Wien muss sich das fliegende Personal der Tochter Austrian Airlines bis Samstagmitternacht entscheiden, ob es den Betriebsübergang zur tariflich billigeren Tochter Tyrolean mitgeht. Bei der AUA ist die Rede von 110 bis 120 Piloten und bis zu 250 Flugbegleiterinnen, die von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen könnten. Offizielle Angaben sollen am Sonntag vorliegen. Wer den Betriebsübergang auf Tyrolean (von der AUA für 1. Juli angepeilt) nicht mitmacht, kann unter Mitnahme der Höchstabfertigungen ausscheiden. Die AUA muss mit ihrem Sparprogramm binnen Jahresfrist an die 260 Mio. Euro stemmen, um endlich aus den Verlusten zu kommen.

In Frankfurt sind die Tarifgespräche für die Kabine unterbrochen, ohne dass man sich auf einen neuen Termin geeinigt hätte, berichteten das Unternehmen und die Gewerkschaft Unabhängiger Flugbegleiter Organisation (UFO) am Freitag übereinstimmend. Der UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies verlangte vom Lufthansa-Management, endlich die kompletten Pläne zur Zukunft der Besatzungen auf den Tisch zu legen. Anderenfalls werde man ein Forderungspaket schnüren, für das innerhalb kurzer Zeit ein Streik ausgerufen werden könne.

In der vergangenen Woche hatte die Lufthansa den Mitarbeitern in Deutschland mit einseitigen Maßnahmen für den Fall gedroht, dass man nicht zu einer Einigung komme. Europas größte Fluggesellschaft produziert ihre Dienstleistungen zu teuer und sieht die eigenen Kostenstrukturen auch beim Personal als immer weniger wettbewerbsfähig. Im Rahmen des Kostensenkungsprogramms "Score" soll die Ertragskraft bis zum Jahr 2015 um 1,5 Mrd. Euro pro Jahr gesteigert werden.