Erstellt am 02. März 2012, 12:34

Hausdurchsuchungen bei Rewe dauern an. Seit Montag filzen die Wettbewerbshüter die Konzernzentrale des Lebensmittelhändlers Rewe, zu dem die Ketten Billa, Merkur, Bipa, Penny und Adeg gehören, in Wiener Neudorf.

 Die Bundeswettbewerbsbehörde vermutet illegale "vertikale und horizontale" Preisabsprachen. Es gehe um ein "sehr breites Spektrum an Produktgruppen", bestätigte Behördensprecherin Veronika Haubner am Freitag.

Ob neben Branchenprimus Rewe auch andere Handelskonzerne wie etwa Spar oder Hofer betroffen sind, ist noch unklar. "Wir müssen die Ergebnisse abwarten, dann können wir weitersehen", so Haubner. BWB-Chef Theo Thanner sagte den "Salzburger Nachrichten" (Freitag), weitere Ermittlungsschritte seien nicht mehr auszuschließen. Betroffen seien nicht nur heimische Hersteller, sondern auch internationale Konzerne. Nicht nur zwischen Produzent und Händler sollen dabei die Preise besprochen worden sein, man habe auch Mindestpreise gegenüber den Konkurrenten festgelegt. Innerhalb des Rewe-Konzerns haben die Wettbewerbshüter Billa, Merkur und Adeg im Visier.

Unklar ist auch, ob die BWB-Ermittler heute wieder abrauschen werden. Ein Anwesender beschrieb die Stimmung in Wiener Neudorf gegenüber der APA als "sehr aggressiv". Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft dürfen die Wettbewerbshüter keine Unterlagen mitnehmen, sondern müssen sie vor Ort kopieren.

Den Vorwurf, dass es sich bei der Razzia um eine reine PR-Aktivität handle, wie dies Handelsexperte Peter Schnedlitz von der Wirtschaftsuni Wien im Ö1-"Morgenjournal" sagte, wies BWB-Sprecherin Haubner zurück. "Wir haben einen Hausdurchsuchungsbefehl, den bekommt man nur, wenn ein begründeter Verdachtsfall vorliegt."