Erstellt am 18. Oktober 2011, 12:07

Heimische Industrie profitierte von Ostöffnung. In den meisten westeuropäischen Ländern hat die Industrie in den vergangenen Jahren sukzessive an Bedeutung verloren. Nicht so in Österreich. Dank EU-Beitritt und Ostöffnung beträgt der Industrieanteil an der gesamten Wertschöpfung heute (2010) 18,6 Prozent, im Jahre 1950 waren es erst 12,4 Prozent gewesen. Österreich hat somit die vierthöchste Industriequote der EU-15.

Auch bei den Forschungsausgaben sind die heimischen Betriebe vorne dabei, erhob das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Damit das so bleibt, müsse die Politik handeln und trotz Sparkurs in Kinderbetreuung, Bildung und Innovation investieren.

Seit 2000 stieg Österreichs Industrieproduktion um 2,6 Prozent pro Jahr, in Deutschland um 1,1 Prozent. In sieben EU-15-Staaten (Dänemark, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Portugal und Großbritannien) war sie hingegen im vergangenen Jahrzehnt rückläufig, im Schnitt der EU-15 schrumpfte die Produktion um 0,3 Prozent pro Jahr. Am stärksten verringerte sich der Industrieanteil in dem Jahrzehnt in Irland - die Insel hat aber nach wie vor die höchste Industriequote der EU-15 -, am niedrigsten ist sie heute in Griechenland mit 7,4 Prozent, teilte das Wifo am Dienstag mit.

Die dynamische Entwicklung in Österreich ist den Ökonomen zufolge zu einem Gutteil auf die Öffnung der Märkte in den 1990er Jahren - EU-Beitritt und Ostöffnung - zurückzuführen. Die Industrie nutzte die Gunst der Stunde, heute seien österreichische Betriebe führende Investoren auf vielen Nachbarmärkten.