Erstellt am 15. Juli 2011, 12:12

Heimische Konjunktur verliert an Schwung. Die heimische Konjunktur verliert an Schwung. Der Bank-Austria-Konjunkturindikator ist auch im Juni zurückgegangen. In den wichtigsten Exportmärkten verschlechtere sich die Industriestimmung, zudem werde die Konsumlaune durch die Inflation von mehr als drei Prozent getrübt, erklärten die Bank-Ökonomen am Freitag. Nach der starken Erholung steige jetzt die Belastung durch strukturelle Probleme.

Von der Mehrheit der Industriebetriebe wird kein weiteres Wachstum mehr erwartet, denn in allen wichtigen Exportländern verstärkt sich die konjunkturelle Abschwächung, erklärt Chefökonom Stefan Bruckbauer. Dies verschlechtere bei der heimischen Industrie die Stimmung weiter. Nach dem Erreichen des Vorkrisen-Niveaus in vielen Bereichen fehlten zunehmend Impulse für einen anhaltenden Aufschwung.

Dementsprechend dürfte sich das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal im Vergleich zum 1. Quartal halbiert haben, schätzt die Bank Austria. Nach fast einem Prozent Wachstum pro Quartal in den letzten vier Vierteljahren erwarten die Ökonomen des Instituts für die abgelaufenen drei Monate April bis Juni nur mehr knapp 0,5 Prozent. Die Wifo-Schnellschätzung für das BIP im 2. Quartal wird für 16. August erwartet.

Die noch immer positive Stimmung der Konsumenten rühre teils von der guten Beschäftigungslage her. Hauptverantwortlich für die zurückhaltende Konsumlaune der Österreicher sei die im 1. Halbjahr deutlich gestiegene Inflation. Auch in den nächsten Monaten werde die Rate, die jetzt drei Monate in Folge bei 3,3 Prozent gelegen ist, über 3 Prozent bleiben, vermutet Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Auch die Zurückhaltung bei der Kreditaufnahme privater Haushalte in den ersten Monaten des Jahres dämpft den Konsum. Die Bank Austria geht für das Gesamtjahr 2011 weiterhin von einem Wachstum von 3,1 Prozent und für 2012 von 1,8 Prozent aus.