Erstellt am 22. August 2014, 12:55

Handel plant Apfelaktion nach Russland-Sanktionen. Der Handel in Österreich will die an sich recht ernste "Gunst der Stunde" offenbar nutzen und verstärkt auf heimische Produkte im Bereich Obst & Gemüse und hier vor allem auf österreichische Äpfel setzen.

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Denn die heimischen Produkte sind im doppelten Wortsinn wegen der Russland-Sanktionen, die Agrarprodukte treffen, in aller Munde. So planen die Handelsriesen Spar und Rewe (u.a. Billa, Penny) laut Angaben Aktionen rund um die Bereiche Obst & Gemüse bzw. eben vor allem Äpfel. Auch bei Hofer wird das laut Angaben der Obst Partner Steiermark Gmbh ("frisch, saftig, steirisch") ab Montag der Fall sein. Rewe will etwa österreichische Produkte in den Obst & Gemüse-Abteilungen besonders kennzeichnen. Spar sprach von verstärkten Apfelaktionen im Herbst. Von beiden Konzernen hieß es, ohnehin stark auf österreichische Produkte zu setzen.

Die Österreicher sollen zudem wegen der Russlandsanktionen neben Äpfeln am besten auch ein Glas heimischer Milch trinken oder ein Stück Käse essen. Neben der Solidarität des Lebensmitteleinzelhandels für heimische Milchprodukte brauche es wegen der Sanktionen auch Solidarität der Konsumenten, so die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).

Klares und sichtbares Bekenntnis

Der Handel soll sich nicht nur stärker auf Obst und Gemüse aus Österreich konzentrieren, sondern auch auf heimische Milchprodukte. Daran erinnerte VÖM-Präsident Helmut Petschar in einer Aussendung am Freitag. Man wisse, die Österreicher griffen ohnehin lieber zu einheimischen Produkten. "Wir erwarten daher, dass der österreichische Lebensmittelhandel hier ein klares Zeichen setzt und noch stärker auf österreichische Produkte setzte, so wie dies von einzelnen Handelsvertretern zuletzt auch für Äpfel angekündigt wurde."

"Wir erwarten uns vom österreichischen Handel hier ein klares und sichtbares Bekenntnis zu österreichischen Milchprodukten, um negative Auswirkungen infolge des russischen Importverbotes für die österreichische Milchwirtschaft möglichst gering zu halten", fordert Petschar, selbst Chef der Kärntnermilch. Aufgrund des Importverbotes Moskaus seien "für den gesamten EU-Milchmarkt negative Auswirkungen und Marktstörungen zu erwarten".