Erstellt am 10. Juni 2013, 09:49

Heimisches BIP stagnierte im ersten Quartal erneut. Österreichs Wirtschaft tritt seit einem Jahr auf der Stelle. Das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat heuer im ersten Quartal zum vierten Mal hintereinander stagniert.

Das bestätigte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Montag. Wie schon bei der Erstschätzung Mitte Mai angenommen bewegte sich der BIP-Zuwachs im Quartalsabstand auf der Nulllinie.

Das letzte nennenswerte Quartalsplus gab es Anfang 2012 mit 0,5 Prozent, seither pendelte es real jeweils zwischen -0,1 und +0,1 Prozent und betrug zuletzt Null. Den realen BIP-Rückgang im Jahresabstand hat das Wifo jetzt mit einem noch stärkeren Minus von -0,7 Prozent neu berechnet, in der ersten Schätzung ging das Institut noch von -0,6 Prozent aus. Allerdings hatte die Wirtschaft davor, im Schlussquartal 2012, noch um 0,7 Prozent im Jahresabstand zugelegt.

Die Konjunkturflaute dürfte in den nächsten Monaten anhalten. Weder vom Exportsektor noch von der Inlandsnachfrage seien zum Jahresauftakt nennenswerte Impulse gekommen, begründete das Wifo am Montag im BIP-Bericht für das erste Vierteljahr 2013 die bereits vierte Stagnation der heimischen Wirtschaft in Folge. Konjunkturdämpfend habe in Österreich im Zeitraum Jänner bis März vor allem die Schwäche der Transportwirtschaft und der Warenproduktion gewirkt.

Von der anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern - darunter wichtigen Absatzmärkten Österreichs - würden negative Impulse ausgehen. Im Euro-Raum hält laut Wifo die Rezession weiter an - ausgehend von Ländern an der Peripherie wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Zypern.

Weltweit bleibt die Konjunktur den Experten zufolge "sehr unterschiedlich" und "fragmentiert". In Japan etwa sehen sie die Wirtschaft derzeit am deutlichsten anziehen - jedoch nur dank massiver geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen, um die Konjunktur zu beleben und die Deflation zu überwinden. In den USA halte die Erholung an, obgleich dem Rückgang der Arbeitslosigkeit eine Abnahme der Erwerbsquote gegenüberstehe.